Nächstes Mal tritt Ronaldo sicher wieder an:
ManU-Star nimmt Elfer-Aussetzer gelassen
- Rooney glaubt an Treffer des Kollegen im Rückspiel
- Barca-Trainer Rijkaard: "Es ist noch alles offen"

·Nur Nullnummer bei Barcelona gegen ManU
Cristiano Ronaldo vergibt Elfer in der dritten Minute
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Von Real Madrid über
Liverpool bis Barcelona
Im Camp Nou waren habend keine drei Minuten gespielt, da zeigte der Schweizer EM-Schiedsrichter Massimo Busacca wegen Handspiels von Gabriel Milito im Strafraum des FC Barcelona auf den ominösen Punkt. Cristiano Ronaldo trat an und jagte den Ball knapp am rechten Kreuzeck vorbei. Ausgerechnet der Portugiese, der derzeit sonst Tore am Fließband für Manchester United erzielt, "verhinderte" im zweiten Semifinal-Hinspiel der Champions League einen Treffer.
Nach dem 1:1 zwischen Liverpool und Chelsea an der Anfield Road und dem 0:0 in der katalanischen Metropole 24 Stunden später zwischen Barca und ManU zeichnet sich schon vor den Rückspielen das erste rein englische Endspiel in der Geschichte des wertvollsten europäischen Fußball-Club-Bewerbes (Meistercup und Champions League) am 21. Mai im Moskauer Luschniki-Stadion ab.
Unmittelbar nach der Nullnummer kündigte der Pechvogel des Abends, der wie seine Kollegen in den Reihen der "Roten Teufel" offensiv in 90 Minuten recht "brav" und eher unauffällig agiert hatte, Wiedergutmachung an und steckte den vermeintlichen und nicht verwerteten Matchball locker weg. "Manchmal trifft man, manchmal trifft man eben nicht. Ich habe einen Elfmeter verschossen - kein Problem. Jetzt werde ich versuchen, in Old Trafford zu treffen. 0:0 ist ein gutes Resultat, wir haben eine tolle Heimbilanz und eine gute Aufstiegschance", erklärte Ronaldo.
Kein Vorwurf seiner Spieler
Der Superstar hat eine große Chance verjuxt, aber nichts an seiner Zuversicht verloren. Die 38 Tore (28 Liga, 7 Champions League und 3 Cup) haben in psychisch noch stärker gemacht. "Seit ich in Manchester bin, habe ich 15 oder 16 Elfmeter verwandelt und zwei nicht. Falls wir in Manchester wieder einen Elfmeter bekommen, werde ich wieder antreten", kündigte der 23-Jährige an, der von seinen Mitspielern keinen Vorwurf hörte, dass er den Sieg vergeben hätte.
"Er hat uns schon so viele wichtige Tore geschossen. Ich denke, im Rückspiel wird er ein oder zwei Treffer erzielen", meinte Verteidiger Patrice Evra und Ronaldos Sturm-Partner Wayne Rooney, der vor über 95.949 Zuschauern überhaupt nicht aufgefallen war, fügte hinzu: "Cristiano ist ein unglaublicher Spieler. Seine Bilanz spricht für sich. Alle großen Spieler haben schon Elfer vergeben, also muss man sich deshalb keine Sorgen machen."
Ferguson nicht ganz so ruhig
Alex Ferguson nahm den Fehlschuss seines Schützlings nicht ganz zu leicht. Auf die Frage, ob der verjuxte Penalty noch wehtun könnte, meinte der Coach: "Ich hoffe nicht, doch das Spiel fängt nun wieder bei Null an." Die Zeitung "The Times" urteilte da etwas kritischer: "Ronaldo fühlt den Schmerz, während der vergebene Elfmeter Barcelona vom Haken lässt." Die spanische Presse jubelte hingegen. "Barca gibt Anlass zum Träumen. Die Katalanen zeigten ihr bestes Spiel seit zwei Jahren", schrieb "El Mundo" und "Sport" meinte: "ManU hing in den Seilen, doch Barca landete nicht den K.o. ."
Barca gegen ManU - am Mittwoch erinnerte nichts mehr an die Offensiv-Spektakel, die einander die zwei Vereine 1999 in der Gruppen-Phase mit zweimal 3:3 geliefert hatten. Aber mit dem 0:0 vom Mittwoch sind die Engländer weiter sehr gut im Rennen, wie 1999 die Krone in der Königsklasse (damals übrigens in Barcelona) zu holen. "Wir werden versuchen, daheim besser zu spielen", versprach Ronaldo. Ferguson fordert: "Da müssen wir das Spiel in die Hand nehmen!"
Die Katalanen hatten in ihrem Heimspiel trotz optischer Dauer-Überlegenheit nichts Zählbares für die Reise auf die Insel herausgeholt. Dennoch ist Samuel Eto'o überzeugt, dass Barca, der CL-Sieger von 2006, den Aufstieg schafft. "Zeigen wir die gleiche Leistung, gibt es keinen Grund, warum wir es nicht schaffen sollten. Ich weiß, dass wir in jedem Auswärtsspiel treffen können, egal wie der Gegner heißt", posaunte der 27-jähriger Kameruner Stürmer. Sein Trainer Frank Rijkaard räumte ein: "Hätte Ronaldo verwandelt, wäre es für uns sehr schwer geworden. Aber so ist noch alles offen."
(apa/red)
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