Montag, 21. April 2008

Gewitterwolken über Kärnten verzogen:
Verein richtet Blick bereits auf die Zukunft

  • Coach Schinkels will den "Kärntner Weg" beschreiten
  • Zwölfter Mann als wichtige Stütze im Abschtiegskampf

Über Fußball-Klagenfurt sind auch die letzten Gewitterwolken verzogen. Präsident Mario Canori bezeichnete das Austria-Kärnten-Projekt als "gelungen", nachdem die Schinkels-Elf vorzeitig den Klassenerhalt geschafft hatte und damit das Horror-Szenario eines Abstiegs in der ersten Bundesliga-Saison abgewendet wurde.

Die Vereinsverantwortlichen haben den Blick aber bereits auf die Zukunft gerichtet: Nächste Woche wird ein Drei-Jahres-Konzept in der Vorstandssitzung herumgereicht. Fest steht außerdem, dass Coach Schinkels, der nach eigenen Angaben freie Hand bei der Spielerauswahl hat, einen Kärntner Weg beschreiten will und Spieler wie Dollinger (Schwanenstadt), Schoppitsch (Altach) oder Griechenland-Legionär Hieblinger (Ex-Kärnten-Spieler) das Interesse des gebürtigen Niederländers geweckt haben.

Hiden vor Rückkehr zu Rapid
Bei Abwehrbollwerk Hiden stehen die Zeichen dagegen auf Abschied: "Wir müssen mit Rapid reden. Aber derzeit ist er zu teuer", erklärte Schinkels über den Innenverteidiger, der noch bis Saisonende vom frischgebackenen Meister aus der Bundeshauptstadt ausgeliehen ist. Unbedingt halten will Schinkels dagegen junge Hoffnungsträger wie Junuzovic oder Weber, der zuletzt mit den Hütteldorfern in Verbindung gebracht wurde. "Jedem Spieler muss klar sein, dass wir nicht die Gehälter von Salzburg, Austria oder Rapid zahlen können", blieb Schinkels, dem Landeshauptmann Jörg Haider einen Tauernkristall für das bisher Geleistete überreichte, aber auf dem Boden.

Zwölfter Mann als wichtige Stütze
Als wichtige Stütze im Abstiegskampf erwies sich beim Retortenclub überraschend das Publikum. 27.800 Zuseher strömten zum letzten Heimspiel, dem torlosen Remis gegen Ried, in das ausverkaufte EM-Stadion Klagenfurt. Auch für die ersten beiden Spiele der kommenden Saison wurden über Kartenverkäufe an Sponsoren bereits 7.000 Tickets abgesetzt. Um die Ränge zu füllen, will Canori auch an Gratis-Aktionen für Frauen und Kinder festhalten.

"Welle der Begeisterung geht durch das Land"
Dass am 2. Juni der Aboverkauf für die Bundesliga und nicht die Red Zac Erste Liga anläuft, löst bei Canori besondere Emotionen aus: "Die letzten Monaten waren nicht einfach. Einige Angriffe haben mich persönlich getroffen." Für Landeshauptmann Haider stellt der Klassenerhalt eine hervorragende Ouvertüre zur Fußball-EM dar: "Es geht eine Welle der Begeisterung durch das Land." (apa/red)

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21.4.2008 14:30