Viele Fragezeichen nach Wacker-Abstieg:
Sechs Spieler könnten den Club verlassen
- Trainer Helmut Kraft will nur noch Sportdirektor sein
- Obmann Stocker fordert nun längerfristiges Denken

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0:5 sind die Innsbrucker gegen Mattersburg untergangen, nach vier Jahren T-Mobile Fußball-Bundesliga ist damit der Abstieg wieder fixiert. Wie gelähmt verfolgten die Fans, Spieler sowie Funktionäre den Absturz ihres Vereines und aus den Lautsprechern dröhnte ein Song der Toten Hosen: "Steh auf wenn du am Boden bist, steh auf, es wird schon irgendwie weitergehen."
Doch der Abstieg der Tiroler wirft viele Fragen auf. Wie geht es mit dem Budget, den Spielern und den Trainern weiter? Wie soll die Perspektive des Vereins sein? Obmann Gerhard Stocker versprühte jedenfalls schon wieder Optimismus: "Jetzt sind alle wie gelähmt, aber man muss den Leuten auch Zeit für Trauerarbeit geben. Bei mir hat das eine Nacht lang gedauert."
Budgetkürzungen nötig
Dass das Budget gekürzt werden muss, ist dem Wacker-Obmann klar. In der zu Ende gehenden Saison hatten die Innsbrucker ein Budget von 5,7 Millionen Euro, für die Red-Zac-Saison hat der Club ein gesichertes Budget von 4,5 Millionen bei der Lizenzierung eingereicht. "Aber das alles ist ein stetiger Prozess. Wir versuchen wieder auf die gleiche Budgetsumme zu kommen", sagte Stocker, "wir müssen ja auch an den Nachwuchs denken und die Installierung einer Amateur-Truppe. Und wenn wir wieder rasch nach oben kommen wollen, dann kostet dies auch etwas."
Dass Wacker es in der kommenden Saison mit Gegnern zu tun bekommt, hinter denen so potente Sponsoren wie Trenkwalder oder Stronach stehen, ließ Stocker kalt: "Es geht nicht nur um Geld, sondern da müssen auch Motivation und Emotionen dazu kommen. Erst dann kann es funktionieren."
Mannschaft wird umgebaut
Die Leihverträge mit Madl und Idrizaj laufen aus, genauso wie die Kontrakte von Hattenberger und Kolousek, die beide Abwanderungsgedanken zeigten. Dazu kommt noch, dass einige Spieler - darunter Pavlovic, Feldhofer und der Schwede Lindström - Ausstiegsklauseln besitzen. "Wir werden aber mit allen noch reden", kündigte der Obmann an, "einige haben schon gesagt, sie könnten sich ein Bleiben vorstellen."
Kraft will Sportdirektor bleiben
Auch die Trainerfrage ist bei den Innsbruckern noch offen. Helmut Kraft, der Wacker schon einmal von der Red-Zac-Liga nach oben geführt hatte, kündigte bereits an, er wolle in Zukunft die Doppelfunktion Trainer und Sportdirektor nicht mehr innehaben, sich nur noch auf die Position des Sportdirektors konzentrieren. Demgegenüber gibt es Stimmen im Vorstand, dass man sich zwei Leute nicht leisten kann. "Ich bin eindeutig dafür, dass wir zwei Leute brauchen", sagte Stocker, der noch in dieser Woche mit Kraft und dem Vorstand Gespräche über eine Lösung führen will.
Obmann Stocker träumt vom UEFA-Cup 2013
Stocker träumt zwar vom sofortigen Wiederaufstieg hat aber für den Absteiger auch einen langfristigen Plan parat: "Im Jahr 2013, in dem Wacker 100 Jahre alt wird, wollen wir wieder europäische Luft schnuppern, im UEFA-Cup mitspielen." Wie das gehen soll, ist dem Obmann auch klar: Der Verein muss langfristig finanziell abgesichert werden. "Da muss ein Umdenken her. In Tirol herrscht eine Kultur des Löcherstopfens, dann kann man sich als großer Retter aufspielen. Aber man muss langfristig denken", forderte Stocker. Immerhin ist der Club im Herbst des Vorjahres nach heftigen Diskussionen mit 1,6 Millionen Euro aus öffentlichen Geldern entschuldet worden.
(apa/red)
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