Ferrari-Doppelsieg im GP von Barcelona:
Räikkönen gewinnt vor Teamkollege Massa
- Schwerer Unfall Kovalainens überschattete Rennen
- Bester Red-Bull-Bolide dank Webber auf Platz fünf

·Ferrari-Doppelsieg im GP von Barcelona
Raikkönen gewinnt vor Teamkollege Massa
·Start-Ziel-Sieg mit turbulenten Ausfällen
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Auch auf "Heimatboden" sind die Ferraris nicht zu stoppen. Drei Wochen nach Bahrain feierten die Roten auch beim Europa-Auftakt der Formel-1-WM 2008 in Barcelona einen Doppelsieg. Diesmal siegte WM-Leader Kimi Räikkönen 3,2 Sekunden vor Felipe Massa und 4,1 vor dem englischen McLaren-Fahrer Lewis Hamilton. Mit dem zweiten Saisonsieg baute Weltmeister Räikkönen (29 Punkte) seine WM-Führung aus und liegt nach vier von 18 Rennen nun neun Zähler vor Hamilton (20) in Front.
Nur 13 Autos kamen in Barcelona ins Ziel eines Rennens, das einerseits die befürchtete "Prozession", andererseits aber auch einige turbulente Zwischenfälle brachte. Allen voran einen Hochgeschwindigkeits-Unfall von McLaren-Pilot Heikki Kovalainen, der in der 22. von 66 Runden nach einem Defekt am linken Vorderrad mit 240 km/h ungebremst in den Reifenstapel raste, wobei sich das Auto tief in die Streckenbegrenzung bohrte. Wie durch ein Wunder kam der 26-jährige Finne mit einer Gehirnerschütterung und Ellbogen-Prellungen davon.
Nach dem Unfall Kovalainens musste das Safety Car bereits zum zweiten Mal auf die Strecke. Schon unmittelbar nach dem Start war das Rennen neutralisiert worden, nachdem Toro-Rosso-Pilot Sebastian Vettel schuldlos in den kreiselnden Force India von Adrian Sutil gekracht war und aufgeben musste.
Gescheitertes Heimspiel für Alonso
Ohne Fremdeinwirkung blieb Fernando Alonso auf der Strecke. Der Renault-Motor des Spaniers, der sich beim Heimrennen als Zweiter unerwartet neben Räikkönen für die erste Startreihe qualifiziert hatte, gab zur Enttäuschung der 132.000 Zuschauer am Circuit de Catalunya schon in der 35. Runde den Geist auf. Der Doppelweltmeister wäre aber ohne Chance auf einen Podestplatz gewesen.
Start-Ziel-Sieg für Räikkönen
Frei von allen Problemen blieben nicht zuletzt dank der Verwendung neuer Motoren die beiden Ferraris. Räikkönen gewann aus der Pole den "Holeshot", obwohl er eine Runde schwerer war als Massa, der seinerseits Alonso am Start überholte. Und weil die beiden Safety-Car-Phasen zwar Nick Heidfeld - der Deutsche musste bei geschlossener Boxengasse nachtanken, kassierte dafür eine Drive Through und verlor als punktloser Neunter Platz zwei in der WM an Hamilton - das Rennen ruinierten, nicht aber den Ferraris, fuhr Räikkönen am Ende seinen 17. GP-Sieg souverän von Start bis Ziel nach Hause. Mit dem zweiten Doppelsieg in Folge übernahm Ferrari auch die Führung in der Konstrukteurs-WM.
"Es war kein perfekter Start. Aber er war gut genug, um vorne zu bleiben", erzählte der Finne und gab zu, dass er bald auf Schongang schalten konnte. "Ich hätte durchaus schneller sein können. Aber es gab keinen Grund, anzugreifen", grinste der "Iceman". "Ein guter Tag. Es gibt nichts besseres, als ein Rennen von vorne zu kontrollieren. Mehr kann ich nicht verlangen. Wir haben unsere Hausaufgaben perfekt erledigt", freute sich Räikkönen. Hamilton hatte nicht den Funken einer Chance, die Ferraris anzugreifen. "Für mich war wichtig, den Kontakt mit Massa zu halten."
Platz fünf für Red Bull dank Webber
In der "Formel Austria" war Platz fünf für Webber der große Lichtblick. Der Australier punktete vor den Augen von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz zum dritten Mal in Folge und liegt dank seiner vier Zähler von Spanien in der WM mit acht Punkten auf Platz acht. Der Rest war zu vergessen. RBR-Teamkollege David Coulthard kam nach einer Kollision über Platz zwölf nicht hinaus, beide Toro Rossos schieden beim vermeintlich letzten Einsatz der alten Autos nach Unfällen aus. Weil Sebastien Bourdais den neuen TR3 bei Tests zerstört hat, ist aber der geplante Einsatz des neuen Boliden bereits beim nächsten GP in der Türkei offen. (apa/red)
