Mittwoch, 23. April 2008

Pennsylvania-Sieg verschafft Clinton Luft: Für Gegner Obama änderte sich nicht viel

  • New Yorker Senatorin laufen Zeit und Geld aus
  • In Schlussphase hat Obama die gefüllteren Kassen

Hillary Clinton hat die Vorwahl von Pennsylvania überlebt. Viel mehr als eine Atempause hat sie aber nicht gewonnen. Denn der New Yorker Senatorin laufen Zeit und Geld davon.

Trotz prall gefüllter Wahlkampfkasse hat es Barack Obama in Pennsylvania nicht geschafft, die Rivalin aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur zu kicken. Aber weil die 158 Delegiertenstimmen proportional nach dem Ergebnis auf beide Bewerber aufgeteilt werden, ändert sich nicht viel an dem Vorsprung Obamas.

"Blatt hat sich gewendet"
Für Clinton kommt es jetzt daher darauf an, die Öffentliche Meinung für sich zu gewinnen. "Das Blatt hat sich gewendet", rief sie ihren jubelnden Anhängern in Philadelphia zu. "Einige haben mich ausgezählt und mir gesagt, ich solle aufgeben. Aber das amerikanische Volk gibt nicht auf. Und es verdient einen Präsidenten, der auch nicht aufgibt." Jetzt gebe es die Hoffnung, dass zum ersten Mal in der Geschichte der USA eine Frau ins Weiße Haus einziehe.

Alles offen in Indiana
Für Clinton gibt es nur noch wenige Gelegenheiten, um den Obama zu bezwingen. In zwei Wochen (6. Mai) geht es weiter in Indiana und North Carolina. Indiana gilt als Staat mit völlig offenem Ausgang, während in North Carolina ein Sieg für Obama erwartet wird. Clinton hat eine ihrer besten Wahlkämpferinnen, Ace Smith, nach North Carolina geschickt. Vor Journalisten sagte sie in der vergangenen Woche, dass es schon ein großer Erfolg wäre, wenn der Abstand zu Obama in North Carolina in einem einstelligen Bereich gehalten werden kann.

Am 13. Mai folgt West Virginia, wo Clinton ebenso wie in Kentucky (20. Mai) die besseren Chancen eingeräumt werden. Oregon (ebenfalls 20. Mai) und South Dakota (3. Juni) gelten hingegen wieder als Obama-Staaten, während Montana (ebenfalls 3. Juni) noch umkämpft ist. Dann gibt es noch die beiden Inseln Puerto Rico und Guam, wo Clinton zwar gute Chancen hat, die Zahl der Delegiertenstimmen aber begrenzt ist.

Gefüllte Kassen am Ende
In der Schlussphase des Vorwahlkampfes hat Obama die weitaus besser gefüllten Kassen. Schon jetzt gibt er doppelt so viel Geld für Wahlkampfspots in North Carolina und Indiana aus als Clinton. Anfang April hatte Obama 42 Millionen Dollar (26,4 Millionen Euro) zur Verfügung - Clinton aber ist bereits verschuldet.

In Pennsylvania gewann Clinton mit Hilfe der Weißen, der Frauen und der älteren Bürger. Um auch die Präsidentschaftskandidatur zu gewinnen, ist aber noch sehr viel mehr erforderlich. Sie muss die Mehrheit ihrer Partei vor dem Nominierungsparteitag im August von ihrer Meinung überzeugen, dass Obama am 4. November nicht wählbar sei. Sie muss mehr Geld sammeln. Und sie braucht endlich etwas mehr Glück in ihrem Wahlkampf als sie in den ersten drei Monaten des Jahres hatte.

(apa/red)

23.4.2008 08:40