Mittwoch, 23. April 2008

Clinton zieht ihren Kopf aus der Schlinge:
Holt sich klar Vorwahlsieg in Pennsylvania

  • Vorsprung aber knapper als bisher angenommen
  • Ex-First-Lady optimistisch: "Blatt hat sich gewendet"

Der Sieg von Hillary Clinton bei der Vorwahl der US-Demokraten in Pennsylvania ist mit weniger als neun Prozentpunkten knapper ausgefallen als zunächst angenommen. Nach Auszählung von mehr als 99 Prozent der Stimmen führte die New Yorker Senatorin mit 54,3 Prozent, wie das Innenministerium in dem Ostküstenstaat am Mittwoch mitteilte. Ihr Rivale Barack Obama kam demnach auf 45,7 Prozent.

In früheren Auswertungen hatte der Abstand zwischen den beiden Politikern noch bei ungefähr zehn Prozentpunkten gelegen. Bei der Zahl der Delegiertenstimmen insgesamt liegt Obama dennoch weiter vor Clinton. Da auch in den verbleibenden neun Abstimmungen bis Anfang Juni keine eindeutige Entscheidung zu erwarten ist, könnte der Kandidat für die Präsidentschaft erst auf dem Parteitag im August bestimmt werden. Der Republikaner John McCain würde allerdings bis dann fast unbehelligt seinen Wahlkampf führen können. Die eigentliche Präsidentenwahl findet im November statt.

Die Senatorin schöpft durch den Wahlsieg wieder Hoffnung. "Das Blatt hat sich gewendet", sagte Clinton vor Anhängern in Philadelphia. Jetzt gebe es die Hoffnung, dass zum ersten Mal in der Geschichte der USA eine Frau ins Weiße Haus einziehe, sagte Clinton. Sie versprach, die US-Truppen aus dem Irak nach Hause zu holen und die Wirtschaftskrise zu bekämpfen. Obama richtete seinen Blick bereits auf die nächste Entscheidung. "Jetzt liegt es an euch in Indiana", sagte Obama am Dienstagabend. Ohne seine Rivalin beim Namen zu nennen, kritisierte der Senator von Illinois ihren Wahlkampfstil.

Clinton hatte in Pennsylvania einen deutlichen Sieg gebraucht, um angesichts ihres Rückstandes bei bisherigen Vorwahlen gegenüber Obama weiter im Rennen zu bleiben. Ein knappes Ergebnis hätte den Druck auf Clinton erhöht, ihre Bewerbung zurückzuziehen

Superdelegierte entscheiden
Die Superdelegierten können beim Nominierungsparteitag der Demokraten Ende August in Denver frei entscheiden, ohne auf das Ergebnis ihrer Herkunftsstaates festgelegt zu sein. Es gilt mittlerweile als nahezu ausgeschlossen, dass einer der beiden Bewerber bis dahin die erforderliche Delegiertenzahl von 2.025 erreichen kann.

Bei den Republikanern hat Senator John McCain die Präsidentschaftskandidatur schon so gut wie sicher. Er gewann bei der Vorwahl der Republikaner in Pennsylvania 73 Prozent der Stimmen. Andere Bewerber standen zwar noch auf dem Stimmzettel, sind aber bereits aus dem Rennen ausgeschieden.

(apa/red)

23.4.2008 19:30