Samstag, 26. April 2008

Türkische Luftwaffe bombt gegen die PKK:
Rebellen-Stellungen im Nordirak im Visier

  • Laufen Vorbereitungen für erneute Bodenoffensive?
  • US-Armee tötete mehrere mutmaßliche Terroristen

Die türkische Luftwaffe und Artillerie haben erneut PKK-Stellungen im Nordirak angegriffen. Laut Armee wurden in drei Regionen Rebellen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans bombardiert. Die PKK-Kämpfer hätten versucht, über die Grenze in die Türkei einzudringen, hieß es auf der Armee-Internetseite. Laut PKK waren drei Stellungen in Chakurk nahe der Grenze Ziel der Angriffe. Nach Angaben von PKK-Sprecher Ahmed Danis bereitet die türkische Armee eine neue Boden-Invasion in den Norden des Irak vor.

Die türkische Armee bezeichnete die Einsätze als Erfolg. Die PKK verfüge nach eigenen Aussagen über Informationen, wonach die türkische Armee Truppen für eine neuerliche Offensive auf irakischem Territorium "mobilisiert".

Gefechte in der Türkei
Unterdessen wurde in der Türkei ein Soldat bei Kämpfen getötet. Zu den Gefechten sei es auf dem Berg Cudi in der südöstlichen Provinz Sirnak gekommen, berichtete der Fernsehsender CNN-Türk. Sirnak liegt an der Grenze der Türkei zum Irak und zu Syrien.

Die Türkei hatte Ende Februar eine achttägige Bodenoffensive gegen kurdische Rebellen im Nordirak geführt. Dabei wurden nach Angaben des türkischen Generalstabs mehr als 240 PKK-Kämpfer und 27 türkische Soldaten getötet. Die Türkei vermutet rund 4000 PKK-Kämpfer im Nachbarland. Von dort aus unternahmen die Rebellen in den vergangenen Jahren immer wieder Angriffe auf Ziele in der Türkei. Bei ihren Einsätzen im Nordirak wird die türkische Armee von den USA mit Echtzeit-Aufklärung über Rebellen-Bewegungen unterstützt. Ein Mandat des Parlaments in Ankara für die Angriffe auf PKK-Stellungen im Nordirak endet im Oktober.

US-Armee mit Tötungen
Die US-Armee hat indes die Tötung mehrerer mutmaßlicher Terroristen im Irak bekanntgegeben. Allein fünf Verdächtige wurden bei einem Einsatz des US-Militärs in der Stadt Tikrit getötet, rund 180 Kilometer nördlich von Bagdad. Dort seien auch Waffen und Sprengstoff sichergestellt worden. In Balad wurde ein weiterer Verdächtiger erschossen.

Im Gebiet von Amiriya westlich der Hauptstadt Bagdad sprengte sich ein Selbstmordattentäter in einem Auto in die Luft und tötete ein Mitglied einer lokalen Bürgerwehr, die im Kampf gegen Al-Kaida-Terroristen mit der US-Armee kooperiert. Ein zweites Mitglied sei verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak. Nahe eines US-Stützpunkts in Samarra sprengte sich ein Samstag ein Selbstmordattentäter in die Luft, die Armee habe darauf hin einen zweiten mutmaßlichen Extremisten getötet und sieben festgenommen.

Bei einem Bombenanschlag in der Provinz Diyala, einer Hochburg von Al-Kaida-Terroristen, wurden ein irakischer Soldat getötet und zwei weitere verletzt. (apa/red)

26.4.2008 16:24