Freitag, 25. April 2008

USA legen Syrien die Daumenschraube an: Nordkorea habe bei Atomreaktor geholfen

  • USA legen wieder einmal Beweise für Reaktor vor
  • Syrien weist Anschuldigungen vehement zurück

Die US-Regierung hat Nordkorea offiziell vorgeworfen, Syrien beim Bau eines Atomreaktors geholfen zu haben. "Wir sind aufgrund verschiedener Informationen davon überzeugt, dass Nordkorea Syriens geheime Nuklearaktivitäten unterstützte", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino.

Die Anlage, die im vergangenen September vermutlich durch einen israelischen Luftangriff zerstört wurde, habe das Ziel der Plutoniumproduktion gehabt. Man habe "gute Gründe", davon auszugehen, dass der Reaktor "nicht zu friedlichen Zielen bestimmt war", meinte Perino in einer Erklärung. Es handle sich zum eine Angelegenheit von "großer internationaler Beunruhigung".

Kongress wurden Beweise vorgelegt
Die Regierung habe Mitgliedern des Kongresses bei einem Treffen hinter verschlossenen Türen Beweise für die nordkoreanische Hilfe vorgelegt. Perino bestätigte damit einen Bericht der "Washington Post". Nach Angaben der Zeitung handle es sich bei den Beweisen um ein im Sommer 2007 entstandenes Video, das die Atomeinrichtung von innen zeigt. Auf den Bildern seien Nordkoreaner zu sehen gewesen. Dem Bericht zufolge zeigt das Video auch, dass die Anlage weitgehend dem Atomreaktor im nordkoreanischen Yongbyon gleiche, in dem Plutonium für das nordkoreanische Nuklearprogramm produziert wurde.

Weiter hieß es in der Zeitung, die Aufzeichnungen hätten bei der israelischen Entscheidung zur Bombardierung der Einrichtung eine entscheidende Rolle gespielt. Dagegen bestritt der syrische Botschafter in Washington, Imad Moustapha, energisch, dass es sich bei der zerstörten Anlage um einen Nuklearreaktor gehandelt habe. Es sei vielmehr ein "leeres Militärgebäude" gewesen.

(apa/red)

25.4.2008 14:05