Massiver Wahlbetrug in Simbabwe? Berichte
von Unregelmäßigkeiten bei Neuauszählung
- Beobachter sprechen von manipulierten Wahlurnen
- Britischer Außenminister: Mehr Druck auf Mugabe

Die Neuauszählung der Wahlergebnisse in Simbabwe ist Beobachtern zufolge von massiven Unregelmäßigkeiten begleitet. Sie habe persönlich gesehen, wie Wahlurnen manipuliert worden seien, sagte die südafrikanische Wahlbeobachterin Dianne Kohler-Barnard. Sie und ihre Kollegen seien mitunter vorsätzlich zu falschen Orten transportiert worden, um die Kontrolle der Auszählung zu erschweren.
All dies spreche für eine konzertierte Aktion, die Ergebnisse so zu fälschen, dass Präsident Robert Mugabe letztlich als Sieger dastehe, sagte die Abgeordnete der oppositionellen Demokratischen Allianz in Südafrika. Die Wahlkommission kündigte unterdessen an, dass die Neuzählung nicht drei Tage, sondern vermutlich eine Woche dauern wird, wie die staatliche Zeitung "Herald" berichtete.
Präsidentschafts- und Parlamentswahl
Die Regierung war bei der Parlamentswahl am 29. März knapp unterlegen. Die Ergebnisse der zeitgleichen Präsidentschaftswahl wurden bislang nicht bekanntgegeben. Die Neuauszählung der Stimmen in 23 Wahlkreisen könnte dazu führen, dass Mugabes Partei ZANU-PF doch noch zur Wahlsiegerin erklärt wird. Der seit 28 Jahren regierende Mugabe klammert sich in dem verarmten Land an die Macht.
Gewalt gegen Oppositionelle
Unterdessen häufen sich die Berichte über Gewalt und Unterdrückung von Oppositionellen. 3.000 Familien sollen mit politisch motivierter Gewalt aus ihren Häusern vertrieben worden sein. Bis zu 500 Menschen wurden nach Oppositionsangaben verletzt, zehn sogar getötet.
Miliband will Druck auf Mugabe erhöhen
Der britische Außenminister David Miliband beschuldigte Mugabe, Gewalt zu schüren, um sich den Wahlsieg rechtswidrig zu ergattern. Die Nachbarländer Simbabwes rief er dazu auf, massiven Druck auf die Regierung in Harare auszuüben, um diese zu demokratischem Handeln zu zwingen. Als beispielhaft lobte Miliband die südafrikanischen Hafenarbeiter, die sich in Durban geweigert hatten, ein chinesisches Schiff mit Waffen für Simbabwe zu entladen.
Die südafrikanischen Gewerkschaften kündigte eine Ausweitung ihrer Kampagne gegen Waffenlieferungen an das nördliche Nachbarland an. Sie befürchten, dass die Geschosse gegen die Opposition in Simbabwe eingesetzt werden könnten. Ein Gericht in Durban hatte kuzr zuvor den Waffentransport untersagt und dem Boykott damit neuen Auftrieb gegeben. Nachdem auch Mosambik ein Andocken ablehnte, wurde das Schiff nun auf dem Weg nach Angola vermutet.
(apa/red)
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