Montag, 21. April 2008

Gewaltsame Proteste in Kalkutta: Verkehr und Stromversorgung wurden lahmgelegt

  • Gründe sind Inflation und hohe Lebensmittelpreise
  • Mindestens 300 Menschen wurden festgenommen

In der ostindischen Millionenstadt Kalkutta haben tausende Menschen gewaltsam gegen hohe Lebensmittelpreise demonstriert. Sie warfen Steine auf Nahverkehrsbusse, zerschlugen mit Stangen die Windschutzscheiben von Fahrzeugen und unterbrachen mit Bananenschalen die Stromzufuhr in den Oberleitungen.

Zudem blockierten sie mehrere Straßen. Die Polizei nahm im gesamten Bundesstaat West-Bengalen mindestens 300 Menschen fest. Die auf bengalisch Kalkata genannte Stadt ist mit rund 20 Millionen Menschen im Ballungsgebiet die größte Metropole Ostindiens und wird von einem kommunistischen Bürgermeister regiert.

Schulen und Geschäfte blieben geschlossen
Die Zusammenstöße ereigneten sich am Rande eines Streiks gegen die steigenden Preise, zu dem die größte Oppositionspartei aufgerufen hatte. Schulen, Ämter und Geschäfte blieben geschlossen. Die meisten Zugverbindungen wurden abgesagt oder um Stunden verschoben. Besonders betroffen ist der Regionalverkehr, der täglich Millionen Pendler zur Arbeit bringt. Die öffentlichen und privaten Betreiber des Nahverkehrs ordneten aus Angst vor Angriffen eine Rückkehr der Busse in die Depots an.

Infaltion auf Höchststand
Mit 7,4 Prozent erreichte die Inflation in Indien Ende März ein Drei-Jahres-Hoch. Die Koalitionsregierung auf Bundesebene hat versprochen, den Preisanstieg zu stoppen. Seit einer Woche kommt es jedoch in verschiedenen Landesteilen zu Protesten, darunter auch in der Hauptstadt Neu-Delhi.

(apa/red)

21.4.2008 13:07