"Kann das nicht begreifen": Betroffenheit & Fassungslosigkeit - Amstetten unter Schock
- In gesamter Straße ist keinem etwas aufgefallen

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"Mir stellt's die Haare auf", "verheerend ist das", "ich kann das nicht begreifen", "die Frau F. ist eigentlich ganz nett, ich kenne sie vom Einkaufen" - betroffen, nahezu sprachlos und nur schwer Worte findend haben sich die Nachbarn in der stark befahrenen Straße gezeigt. "Ich kenne den Herrn F. (mutmaßlichen Täter, Anm.) nur als alten grauhaarigen Mann, der ab und zu beim Fenster heruntergeschaut hat", sagte eine Nachbarin. Sie wohnt zwei Häuser von jenem Tatort entfernt, in dem es in Amstetten zu einem dramatischen Kriminalfall gekommen war.
Eine kleine, an und für sich wenig spektakulär erscheinende Seitenstraße in Amstetten ist zum Mittelpunkt des Interesses in Österreich avanciert: Hier liegt jenes Haus, in dem eine 42-Jährige über Jahre hinweg ein schier unglaubliches Martyrium über sich ergehen lassen musste.
"Einfach unglaublich"
"Es ist einfach unglaublich, man fährt hier jeden Tag die Straße entlang, und dann das", schilderte eine 20-Jährige ihre Eindrücke. Verdächtiges sei ihr nie aufgefallen. Unter den Personen an Ort und Stelle befanden sich viele Menschen aus der Umgebung, aus allen Altersschichten. "Ich kann das einfach nicht glauben", meinte ein Pensionist etwa.
"Ja, ich hab die drei Kinder schon gekannt. Die 42-jährige Elisabeth, die war verschwunden und hat immer wieder Kinder vor Tür gelegt, so ist es halt erzählt worden", sagte die Frau. "Früher hab ich sie schon gesehen, aber das ist sicher schon 20 Jahre her", sagte die Frau, die mit ihrem Hund die Straße entlang spazierte.
"Haben nichts mitbekommen"
"Der Herr F. hat ja selbst sechs oder sieben Kinder, eines von ihnen ist Lehrerin. Das Haus, indem sie da wohnen schaut ja 'schiach' aus, aber dass da drinnen sowas passiert ist, können wir nicht glauben. Wir haben nichts mitbekommen", erzählte die Nachbarin.
Frau F., die Mutter der 42-Jährigen, wird durchwegs als netter und mütterlicher Typ beschrieben. "Sie ist schon eine energische Frau, aber sie hat sich so gut um die Kinder gekümmert und sie immer in die Schule gebracht. Wir haben uns gedacht, ein Wahnsinn wie die das alles packt mit ihrem Alter", sagte eine weitere Nachbarin.
"Dürfen nix sagen"
In dem heruntergekommen Haus leben noch drei weitere Wohnparteien. Ein unmittelbarer Nachbar, der in dem Haus mit Familie F. Tür an Tür wohnt, öffnete nur zaghaft die Eingangstür: "Wir dürfen nix sagen".
"Sie sehen eh, die Wohnungen sind billig. Da wohnen immer wieder nur vorübergehend Leute nach einer Scheidung oder so", erzählte eine Anrainerin. Die drei "Enkelkinder" habe man in der Nachbarschaft gekannt und im Garten spielen gehört. "Da haben's so ein Freibad gehabt und wir haben die drei lachen und plantschen gehört."
In der Tankstelle ein paar Hausnummern weiter hört man gerade die Radionachrichten. "Der Herr F. wohnt ja gleich da gegenüber, aber ich kenne den gar nicht. Wahrscheinlich war er eh auch bei uns tanken", sagte der Tankwart. (apa/red)
