Freitag, 25. April 2008

Tirol-Wahl mit Überraschungen: Promi-Schiri und Transit-Rebell wollen in den Landtag

  • Schiedsrichter Konrad Plautz steht auf der VP-Liste
  • Gurgiser kämpft für Dinkhauser um den Landtag

44 Tage vor der Tiroler Landtagswahl am 8. Juni wird der Wahlkampf bunter. Transit-Rebell Fritz Gurgiser gab seine seit Tagen erwartete Kandidatur auf der Liste von Fritz Dinkhauser bekannt. Eineinhalb Stunden zuvor überraschte VP-Parteichef, Landeshauptmann Herwig van Staa mit Top-Fußballschiedsrichter Konrad Plautz, der auf Platz Zwei der VP-Landesliste einen Sitz im Landesparlament sicher hat.

Plautz (43) soll im neuen Landtag VP-Sportsprecher werden. Van Staa bezeichnete den Überraschungskandidaten als "Beispiel für Heimatverbundenheit und Weltoffenheit". Plautz stehe als Spielleiter der Heimatbühne seines Ortes in Navis für Verbundenheit, habe als Lehrling begonnen und im genossenschaftlich organisierten Gerätewerk Matrei es bis zum Aufsichtsratsvorsitzenden geschafft. Er sei auch ein Signal an die Arbeitnehmer.

Plautz selbst betonte, er sei "kein Sprücheklopfer". Er wolle die beste Lösung und das beste Ergebnis für Tirol erreichen. Das sei mit der Volkspartei möglich, meinte das frühere JVP-Mitglied. Vielleicht liege die VP derzeit mit 0:1 im Rückstand. Am 8. Juni werde es ein "4:1" sein, zeigte er sich überzeugt.

Zur Landtagswahl selbst wird der Schiedsrichter übrigens nicht in Tirol sein. Er ist wegen der EM ab 2. Juni in der Schweiz. Seine Stimme will er per Briefwahl in Zürich abgeben.

"Ich werde dabei sein"
"Die Entscheidung ist klar. Ich werde dabei sein", sagte Gurgiser auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Innsbruck. Er werde einen Goldschatz an Wissen, einbringen, das er im Kopf und im Herzen trage, sagte er.

Ihm gehe es in erster Linie um Bürgerpolitik und nicht um Parteipolitik. Er sei auch durch seine Tätigkeit als Obmann des Transitforum Austria-Tirol geprägt durch die Ungerechtigkeit, die in diesem Land herrsche, meinte Gurgiser. Das schlimmste, was passieren könne, sei noch einmal eine schwarz-rote Koalition auf Landesebene. Die vergangenen Jahre seien von Rückschritten geprägt gewesen. "Noch einmal dasselbe würde Schaden für Tirol bedeuten", sagte der Transitgegner.

Kritik von Grünen
Heftige Kritik an der Gurgiser-Kandidatur kam von den Grünen. Gurgiser setze seine Glaubwürdigkeit als Transitkämpfer aufs Spiel, meinte Klubobmann, LAbg. Georg Willi: "Wer sich mit Dinkhauser ins Bett legt, wacht mit der ÖVP wieder auf". Die Zeit der Überparteilichkeit Gurgisers sei damit vorbei. Er sei jetzt offiziell Teil jener ÖVP, die für die zwei Millionen Lkw am Brenner verantwortlich sei und sich weigere, harte Maßnahmen gegen den Schwerverkehr anzugehen.

(apa/red)

25.4.2008 18:25