Priklopil keine Komplizen bei Entführung: Justiz über Adamovichs Zweifel verwundert
- Jarosch: "Alle Spuren überprüft, keine Mittäterschaft"
- Natascha niemals von weiteren Tätern gesprochen

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Die Aussage des Leiters der Untersuchungskommission im Fall Kampusch, Ludwig Adamovich, wonach er nicht ausschließen könne, dass Wolfgang Priklopil bei der Entführung und Gefangenhaltung von Natascha Kampusch Komplizen hatte, hat bei der Justiz Verwunderung ausgelöst.
"Ich weiß nicht, wie Präsident Adamovich zu dieser Ansicht kommt. Er soll sagen, woher er das hat. Unsere Ermittlungen haben jedenfalls keine Indizien in diese Richtung ergeben", bekräftigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Gerhard Jarosch.
Jarosch hatte bereits entschieden eine Mehrtäter-Theorie im Fall Kampusch dementiert. Nun wiederholte er das damals Gesagte: "Im Zusammenhang mit möglichen Komplizen Priklopils sind wirklich alle Spuren überprüft worden. Es wurde über Monate hinweg penibelst ermittelt. Das Ergebnis war eindeutig. Nach unserem Dafürhalten hat es keine Mittäter gegeben. Für uns sind solche auszuschließen."
Keine Rede von Mittätern
Genährt wurde die Mehrtäter-Theorie unter anderem von einem Zeitungsbericht, in dem es hieß, Natascha Kampusch habe unmittelbar nach ihrer Flucht die sinngemäße Frage nach Helfern Priklopils damit beantwortet, sie "nenne keine Namen". Mittlerweile steht für die Justiz fest, dass dieser Satz aus einem Gedächtnisprotokoll einer Polizistin und nicht von Kampusch selbst stammt. "Frau Kampusch hat in ihren ganzen Aussagen und Einvernahmen niemals von weiteren Tätern gesprochen oder solche angedeutet", betonte der Sprecher der Anklagebehörde.
Die Frage, ob Adamovichs Bedenken geeignet seien, Zweifel an den seinerzeitigen Ermittlungen aufkeimen zu lassen, verneinte Jarosch. Man halte an den damaligen Ergebnissen fest, "Irritationen" gebe es nicht. Sollte die Untersuchungskommission oder der parlamentarische Untersuchungsausschuss neue Fakten zutage fördern bzw. der Ansicht sein, solche vorgefunden zu haben, "werden wir uns das natürlich anschauen und prüfen", so Jarosch abschließend. (apa/red)
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