Belastende Aussagen im Fall Herberstein: Tischler musste Rechnungen umschreiben
- Private Rechnungen für Landesförderung eingereicht
- Ausstehende Rechnungen oft lange nicht bezahlt

·Herberstein-Prozess geht in zwölfte Runde
Vertreter von Firmen in Zeugenstand gerufen
·Tierpark-Affäre ließ
Klasnic einst stolpern
War zentrales Thema
bei Landtagswahl 2005
Im Herberstein-Prozess am Grazer Straflandesgericht standen wieder einmal die angeblich oder tatsächlich umgeschriebenen Rechnungen im Mittelpunkt. Diesmal waren Vertreter von Firmen geladen, die Arbeiten für die Familie Herberstein erledigt hatten und im Nachhinein die Rechnungen ändern mussten. Dabei kam heraus, dass auch die Bezahlung alles andere als prompt erfolgte.
Ein oststeirischer Tischler war als erster Zeuge geladen. Er hatte immer wieder Arbeiten durchgeführt, und zwar sowohl für den Betrieb in Herberstein als auch für die Wohnung von Andrea Herbersteins Lebensgefährten Thomas Hampson in Wien. Zum Teil seien die Rechnungen dann umgeschrieben, in Herberstein verbucht und für Landesförderungen eingereicht worden. Den Auftrag zur Umschreibung habe er immer vom ehemaligen Gutsverwalter Heinz Boxan bekommen, sagte der Tischler. Erst nach dessen Ausscheiden aus dem Betrieb sei die Anweisung dazu direkt von Andrea Herberstein gekommen.
Halbes Jahr auf Geld gewartet
Trotzdem habe er bis zu einem halben Jahr auf sein Geld warten müssen, so der Zeuge. "Zuerst wollte ich die Rechnung nicht umschreiben, aber dann hab' ich's halt doch gemacht", meinte eine weitere Zeugin, deren Baufirma in Herberstein im Nasenbärgehege tätig war. Sie schilderte, dass die Rechnungen oft lange nicht bezahlt wurden.
Tatsächlich konnten sich aber die meisten Zeugen nicht mehr genau erinnern, in welchem Teil von Herberstein sie nun tatsächlich gearbeitet hatten und ob eine Rechnung nun falsch ausgestellt war oder nicht. Klar war der Fall nur dann, wenn Firmen nur in Wien in der Wohnung gearbeitet hatten, tatsächlich aber Rechnungen für Herberstein existierten, was aber nur bei wenigen der Fall war.
(apa/red)
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