Herzlicher Empfang für Plassnik in Türkei: Nur bei Beitrittsfrage 'scheiden sich Geister'
- Plassnik: Türkei soll "sehr enger" EU-Partner werden
- Beide für Kooperation im Kampf gegen Terrorismus

Außenministerin Plassnik wurde in Ankara vom türkischen Außenminister Ali Babacan zwar sehr freundlich empfangen. In der Frage des türkischen EU-Beitritts bleiben die Ziele aber unterschiedlich. Harmonie herrscht dafür in der Außenpolitik, und auch in der Terrorbekämpfung wollen die beiden Länder enger zusammenarbeiten.
Die Türkei solle ein "so enger Partner (der EU) wie nur irgendwie vorstellbar" werden, sagte Plassnik. Man müsse aber "die Fantasie erweitern" wie die Partnerschaft aussehen könne. Als "Symbol der Beitrittsgegner", wie es eine türkische Journalistin formulierte, sieht sich Plassnik allerdings nicht. Ihre seit Jahren klar formulierte Position habe ihr in der Türkei viel Respekt eingebracht und verhindere nicht, dass sie auch in den Medien des Landes fair behandelt werde. Plassnik kann für sich ins Treffen führen, dass unter ihrem EU-Vorsitz das bisher einzige Verhandlungskapitel (Wissenschaft und Forschung) zwischen EU und Türkei abgeschlossen werden konnte.
EU-Beitrittsfragen
Babacan hingegen will den EU-Beitritt seines Landes "entschlossen verfolgen". Allerdings stehe die Entscheidung nicht heute an. Jährlich kommen fast 500.000 Österreicher als Touristen in die Türkei, einige kaufen sich hier Häuser. Über diesen Kontakt werde das Verständnis füreinander steigen, hofft Babacan. Die Entscheidung werde in vielleicht fünf Jahren auf Grundlage der zukünftigen Türkei getroffen.
Kampf gegen Terrorismus
Plassnik und Babacan betonten mehrfach, dass im Kampf gegen Terrorismus zusammengearbeitet werden müsse. In der türkischen Öffentlichkeit herrscht noch immer Verärgerung, dass der irakische Kurde Riza Altun im Sommer 2007 in Wien freigelassen und nicht an die Türkei ausgeliefert wurde. Altun gilt als ranghohes Mitglied der verbotenen Rebellenorganisation PKK (Arbeiterpartei Kurdistan). Das österreichische Außenamt verweist in diesem Fall darauf, dass es rechtlich keine andere Möglichkeit gegeben habe und Altun vorher jahrelang unbehelligt in Frankreich gelebt habe.(APA/red)
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