Donnerstag, 17. April 2008

Bluthochdruck verringert geistige Fitness:
40- bis 60-Jährige besonders stark betroffen

  • Auslösende Risikofaktoren zu 20 Prozent behandelbar
  • Kognitive Leistungsfähigkeit medikamentös optimieren

Hoher Blutdruck verringert einer neuen Studie der Universität Münster zufolge die geistige Fitness. Das gelte sogar dann, wenn der erste, der sogenannte systolische Blutdruckwert mit 130 bis 139 noch normal sei.

"Mehr als 20 Prozent der kognitiven Einschränkungen sind auf behandelbare Risikofaktoren zurückzuführen", sagte Projektleiter Prof. Stefan Knecht. Blutdruck, Blutzucker und Körpergewicht beeinflussten zusammen mit Bildung, Alter und Geschlecht das geistige Leistungsvermögen.

Der Blutdruck wirkt sich vor allem bei den 40- bis 60-Jährigen auf die geistigen Fähigkeiten aus. Bei entsprechender Behandlung und Lebensweise könnten Betroffene möglicherweise im Alter länger geistig fit bleiben. "Allerdings muss man schon früh aktiv werden, etwa ab dem 40. Lebensjahr", sagte Knecht. In weiteren Studien wollen die Forscher klären, ob bei frühzeitiger medikamentöser Blutdruck-Einstellung die geistige Leistungsfähigkeit erhalten oder gar verbessert werden kann.

Die Wissenschaftler untersuchten 377 Probanden im Alter von 44 bis 82 Jahren. Mit neuropsychologischen Tests wurden die kognitiven Fähigkeiten getestet und Risikofaktoren wie Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin, Bildungsgrad, Alkohol- und Nikotinkonsum dokumentiert. Dann berechneten die Forscher die statistischen Wechselbeziehungen zwischen geistiger Leistungsfähigkeit und potenziellen Risikofaktoren. (apa/red)

17.4.2008 08:54