Kolumne: Agentur-Chef Dominik Wachta in der "Schauspielschule des Satans" - Teil 2
- Was steckt hinter den Vorwürfen gegen "Act & Fun"
- Von echten Tränen und falschen Anschuldigungen

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In der Vorwoche habe ich bereits über Act & Fun berichtet. Da das Thema komplexer scheint, widme ich der "Schauspielschule des Satans" einen zweiten Teil.
Eine Grundausbildung um 6000 Euro wird seitens des Instituts heftig bestritten. Kritiker von Act & Fun meinen, dass mit "fast erzwungenen" Kurswiederholungen, sehr wohl einige Schüler auf diese Summe gekommen sind. Diese stehen jetzt ohne vermittelte Jobs da. Tatsächlich ist eine Schauspielschule aber keine Schauspielagentur und hat daher keinerlei Vermittlungspflichten. Institute dieser Art sollen eine Basis legen und den Einstieg in den Schauspielbereich erleichtern.
Im Schauspielbereich kann ich auf Agenturen wie Vienna People, AMT-Vienna, Brainchild und einige weitere verweisen.
Das Team von Stephan Perdekamp belegt, dass einige Abgänger ihrer Schauspielschule "interessante" Engagements nach der gelungenen Ausbildung bei Act & Fun erhalten haben. So werden das Musical Dirty Dancing in Hamburg, ein Wetteransager bei ATV, die roten Nasen, die Staatsopern Kinderbühne, eine Premiere im Kino Schikaneder und eine Wienstrom-Werbung als Referenzen angegeben. Tatsächliche Karrieren blieben aber (bis jetzt) offenbar aus.
Vorwürfe wie sexuelle Belästigung (diese soll durch einen Schüler erfolgt sein, der anschliessend ausgeschlossen wurde), Klingen am Hals von Schülern (keine echten Klingen, zudem Theaterszene nachgespielt), Flaschen die nach Schülern geworfen wurden (Flasche soll unabsichtlich aus der Hand gerutscht sein, soll die Schülerin deutlich verfehlt haben) werden seitens der Direktion, mehr oder weniger glaubhaft, gekontert.
Die Vorwürfe betreffend der Lustkurse lesen sich hingegen wie eine absichtliche Rufschädigung. Energetische Kurse (so der Fachausdruck) sind Standard, auch bei etablierten und staatlichen Schauspielschulen. Die Art und Weise wie diese Kurse jedoch erfolgten, kann man schwer wahrheitsgetreu nachprüfen.
Nach dem interessanten Dialog im Büro, wurde ich zu der Schauspielgruppe gebeten. Diese zeigte sich für die Musik, das Stöhnen, die Schreie und das Theaterstück verantwortlich. Kurzfristig kam ich mir wie in einem Film vor. Bühnenreif brach eines der Mädchen in Tränen aus, nachdem sie den Artikel im "LIVE" gelesen hatte. Die Tränen von Vize-Direktorin Coleen Rae Holmes hingegen wirkten authentisch und man sah, dass sie die Geschehnisse tatsächlich mitnahmen.
Eine Gruppe bildete sich rasch und tröstete Frau Rae-Holmes. Diese Gruppenbildung, die eindeutig sehr intensiv vorhanden ist, aber als Sekte zu bezeichnen, halte ich definitiv für eine Übertreibung. Eine familiäre Tendenz kann man dem Institut nicht absprechen, das sehe ich aber nicht unbedingt als negativ an: Besser als eine Nummer von vielen zu sein. Für eine Sekte fehlt auch eindeutig ein religöser Hintergrund. Der spirituelle Ansatz und das Arbeiten mit der Energie mag zwar in der Methode einzigartig sein, dürfte aber durchaus gängigen Praktiken entsprechen.
Das Treffen mit der Gruppe verlief sonst sehr gemütlich, ich konnte auch durchaus interessante Persönlichkeiten orten. Eine typische, monotone Haltung wie bei Sekten, war nicht vorhanden. Generell sollte man die Beurteilung wieviele Punkte einer Sekten-Checkliste welcher Verein erfüllt, aber Experten überlassen.
Gegen die Vorwürfe will man übrigens bei Blackbox/Act & Fun gerichtlich vorgehen. Während die rechtliche Überprüfung läuft, brauen sich hingegen weitere Gewitterwolken zusammen: Der Artikel im "LIVE" fand einigen Zuspruch. Zahlreiche Feedbacks sollen die Vorwürfe bestätigen. Diese Tatsache sollte man aber weder unter den Tisch kehren, noch überbewerten.
Soviel Emotionen und Hass wie hier im Spiel sein dürften, könnten natürlich auch mit "anheizenden Mails" weiter geschürt werden (auch ich habe solche erhalten). Was Wahrheit und was Lüge ist, muss jeder für sich selbst beurteilen. Ob eine private oder eine staatliche Ausbildung vorzuziehen ist, ebenso. Denn Vor- und Nachteile haben beide Möglichkeiten. Sollte es zu einer Wahrheitsfindung gerichtlicher Seite kommen, werde ich darüber in einem dritten Teil berichten.
In diesem Sinne, wer den "Teufel" bei den Hörnern packen will: Unter www.schauspielschule.at finden sie Infos über Act & Fun.
Dominik Wachta ist Inhaber der Model-Agentur "Jademodels International"
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