Frankreichs Kampf gegen den Mager-Chic: Hohe Strafen für Anstiftung zur Magersucht
- Zwei Jahre Haft für Verherrlichung des Hungerns
- Straftatbestand soll auch für Internetseiten gelten

·Mit schockierenden Fotos gegen Anorexie
Der Starfotograf Toscani lichtete Magersüchtige ab
Frankreichs Politiker haben einen radikalen Weg im Kampf gegen den Mager-Look eingeschlagen. So sollen alle Personen, die Menschen zur Magersucht anstiften, strafrechtlich verfolgt werden können. Ihnen drohen Gefängnis- und hohe Geldstrafen.
Der am Dienstag zur ersten Lesung eingebrachte Gesetzesentwurf sieht vor, dass sich derjenige strafbar macht, der "einen Menschen dazu bringt, eine exzessive Magerkeit" anzustreben, indem die Opfer zu einer gesundheits- oder gar lebensgefährdenden Beschränkung der Nahrungsaufnahme angestiftet werden. Bei dadurch verursachten Todesfällen steigt die Strafe bis auf drei Jahre Haft und 45.000 Euro Strafe.
Kampf gegen Internetseiten
Der Straftatbestand soll auch für Internetseiten gelten, die Magersucht verherrlichen und in den vergangenen Jahren starke Verbreitung gefunden haben. Auch hier droht den Betreibern bis zu zwei Jahren Haft. Die oppositionellen Sozialisten sowie Kommunisten und Grüne enthielten sich bei der Abstimmung über den Gesetzentwurf, der aus ihrer Sicht "allein auf Bestrafung setzt" und das eigentliche Problem der Magersucht nicht angeht.
30.000 magersüchtige Frauen
In Frankreich sind nach Regierungsschätzungen 30.000 bis 40.000 Menschen magersüchtig. 90 Prozent von ihnen sind Frauen und Mädchen, wobei die höchsten Zahlen im Alter von zwölf bis dreizehn Jahren und zwischen 18 und 19 Jahren verzeichnet werden. (apa/red)
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