Startschuss für das "Handyverbot" in Graz:
Aufkleber in Öffis raten zur "Enthaltsamkeit"
- Bürgermeister Nagl setzt entschärfte Variante durch
- Studie: 79% von ständiger Erreichbarkeit belastet
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Kaum eine technische Errungenschaft polarisiert in seiner Nutzung so wie das Handy. So auch in der steirischen Landeshauptstadt: Das vom Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl angekündigte "Handyverbot in Öffis" wurde, in entschärfter Form eines "prinzipiellen Telefonierverbots", umgesetzt. Die auf Straßenbahnen aufgeklebten Pickerl sollen die Passagiere dazu animieren.
"Lautlos" steht auf dem freundlich-orangen Aufkleber ohne durchgestrichenes Mobiltelefon, der alle Fahrzeuge der Grazer Verkehrsbetriebe ziert. "Ich freue mich riesig, dass ich damit eine enorme Diskussion ausgelöst habe", erklärte Bürgermeister Nagl, ehe er auf der Öffi-Drehscheibe Jakominiplatz zur Klebeaktion schritt. Er sehe es als "gutes und deutliches Signal" am "Welttag gegen den Lärm", "die Heilige Kuh Handy" in ihrer Allgegenwärtigkeit infrage zu stellen. Nagl räumte aber ein, "dass die Nation, die Stadt gespalten ist".
Studie: 79% von ständiger Erreichbarkeit belastet
Die Maßnahme folge dem schwarz-grünen Regierungspakt und sei ein erster Schritt in einem umfassenden Gesundheitsprogramm, so der Bürgermeister. Immerhin fühlten sich laut aktueller Studie 79 Prozent der Menschen durch die ständige Erreichbarkeit via Handy belastet, klare Mehrheiten würden sich handyfreie Zonen bei Arzt und im Krankenhaus sowie bein kulturellen Ereignissen und in öffentlichen Verkehrsmitteln wünschen. Definitiv für ein Handyverbot in Öffis hätten sich 42 Prozent ausgesprochen. Viele Städte in Österreich und in ganz Europa beschäftigten sich mit dem Thema, nur habe "bisher der Mut gefehlt", so Nagl. (apa/red)
