Freitag, 18. April 2008

Skifahren und Mozart ist längst nicht alles:
Hard- und Softwareprofis aus Österreich

  • Von Security-Lösungen bis hin zur Verkehrstelematik
  • FORMAT unterwegs in der heimischen IT-Landschaft

Ein Hauch von Exotik haftet ihnen noch immer an, den österreichischen IT-Firmen, vor allem wenn sie ins Ausland exportieren wollen. "Als Tiroler hat man Ski zu fahren und nicht IT zu machen", erinnert sich Wieland Alge, Chef des börsennotierten Tiroler Security-Spezialisten phion, an erste Verkaufsversuche im benachbarten Ausland. Ähnliche Erfahrungen machte die Salzburger Porsche Informatik mit ihrem Kfz-Händler-System, das für eine Implementierung im gesamten VW-Konzern im Gespräch war. "Im Endeffekt wollten die Deutschen dann aus Eitelkeit keine österreichischen Lösungen einsetzen. Dort konnte man offenbar nicht zugeben, dass die Ösis etwas besser können", erinnert sich ein Insider.

An innovativen Ideen und guten Lösungen mangelt es in Österreich nicht. Gelungene Beispiele für Companys, die jenseits der Grenzen reüssieren, sind die Firmen Update (Kundenbeziehungsmanagement), phion (Security) oder die OÖ-Pioniere von der Fabasoft, die sich unter anderem auf Behördenlösungen spezialisiert haben. UC4 hat sich einen exzellenten Ruf in der Automatisierung von Rechenzentren erarbeitet. Weit über die Alpen kommen auch die beiden Maut-Spezialisten Efkon und Kapsch, die von Asien über Afrika bis Südamerika dafür sorgen, dass die Autofahrer ihren Obolus für den Straßenbau liefern. Dass man auch als über 100-jähriges Traditionsunternehmen in innovativen Spezialgebieten mitmischen kann, beweist die Kapsch mit ihrem Teilkonzern TrafficCom, die "das Zukunftsthema Verkehrstelematik schon vor zwei Jahrzehnten besetzt hat", wie Sprecherin Brigitte Herdlicka betont, und bereits 140 Systeme in 30 Länder verkauft hat. Spezialisierung ist auch bei einem weiteren alten Hasen der Branche, der DataSystems, Thema der Stunde. Marketing-Vorstand Markus Berndt setzt auf noch besser zugeschnittene Branchenpakete und auf die Nische des "boomenden Ticketing-Geschäfts".

Dazu Sparten-Anbieter, die oft aus dem Uni-Bereich kommen, wie die Grazer Vexcel. Sie hat eine Spezialkamera für die 3-D-Kartografie entwickelt und wurde gar von Microsoft "entdeckt" und zugekauft. Auch Firmen wie Salomon Automation zeigen, dass sich mit Branchenlösungen gutes Geld verdienen lässt. Die Steirer verkaufen ihre Logistik-Systeme an Handelshäuser in ganz Europa. Die Firma Mindbreeze zeigt, dass man technologisch sogar mit Google in Konkurrenz treten kann, wenn man ausgeklügelte Such-Algorithmen für die Desktop-Suche in Firmen entwickelt. Am jährlichen Enterprise-Search-Gipfel sind sie, neben SAP, die einzigen Europäer in einem Business, das üblicherweise die US-Firmen unter sich ausmachen.

Das Hardware-Geschäft ist dagegen ein schwieriges Pflaster, wie die wechselvolle Firmen-Chronik des österreichischen PC- und Notebook-Pioniers Hermann Oberlehner mit seiner Gericom zeigt. Epigone Gerald Wirtl von chiligreen ergeht es zurzeit nicht besser. "In der Massenproduktion ist es eng. Da braucht man eine gewisse Größe, um zu bestehen", sagt Troger. "Es ist schon als Erfolg zu werten, dass sie das einige Jahre geschafft haben." Einzig der Großhändler DiTech leistet sich den Luxus einer Fertigungsstraße in Wien, allerdings nur Kleinserien.

Besser sieht es bei Spezialhardware aus. Leiterplatten-Hersteller AT&S beliefert erfolgreich Mobilfunk-, Medizin- und Automobil-Industrie. Hohe Inno- vationskraft bei Verkehrstelematik beweist die Grazer Efkon. Deren Infrarot-Technologie zum Austausch von Sicherheitsdaten zwischen Fahrzeugen ist sogar zum EU-Standard avanciert.

Den kompletten Bericht können Sie in der FORMAT-Ausgabe 16/08 nachlesen!

18.4.2008 13:25