Der ÖBB-Boss am Abstellgleis
- General Huber und sein Vize müssen gehen

ÖBB neu. Jetzt fix: General Huber und Vize Poschalko müssen gehen. Und: Neuer Bahnchef wird Peter Klugar.
Die Ära des Martin Huber als ÖBB-Generaldirektor ist zu Ende. Am 22. April wird er dem Aufsichtsrat der ÖBB-Holding seinen freiwilligen Rücktritt anbieten. Der VP-nahe Lokführer, der viel auf Schiene gebracht hat, hängt seine Dienstmütze nach einem monatelangen Nervenkrieg an
den Nagel.
Künftig Vorstandsduo. Beschlossene Sache ist auch der Abgang des SP-nahen ÖBB-Holding-Vorstands Gustav Poschalko, wie aus Aufsichtsratskreisen bestätigt wird. Damit verbleiben in der ÖBB-Chefetage Finanzvorstand Erich Söllinger (VP-nahe) und der SP-nahe Peter Klugar, der als neuer starker Mann in den ÖBB gilt. Die Nachricht über seinen bevorstehenden Aufstieg erreichte den verlässlichen Verwalter Klugar im Urlaub. Mit Poschalko, der von Huber für den Vorstand vorgeschlagen wurde und gegen den jüngst möglicherweise gezielte Vorwürfe lanciert wurden, hat hingegen niemand gesprochen.
Der mächtige Pate. Orchestriert wurde Hubers Demission von ÖBB-Aufsichtsratschef Horst Pöchhacker. Der frühere Porr-General, im Verkehrsministerium ehrfurchtsvoll der Pate genannt, zieht die Fäden als Obergeneral im Hintergrund. Dass die beiden starken Männer Pöchhacker und Huber, einst gemeinsam im Porr-Vorstand, keine Freundschaft verbindet, war schnell klar. Zunehmend waren sie sich über die Zukunft der ÖBB uneinig, was die weitere Strukturanpassung und Restrukturierungspläne im Personalbereich betrifft. Allerdings stärkte SP-Verkehrsminister Werner Faymann dem unter der schwarz-blauen Regierung bestellten Huber den Rücken.
Die Vorwürfe. Zuletzt standen Huber und die ÖBB unter Dauerfeuer. Eine harsche Kritik des Rechnungshofes jagte die andere. Vor allem aber war es ein lukratives Immobiliengeschäft seiner Gattin, das Huber vorgeworfen wurde. Dabei wurde eine Immobilie mit Millionengewinn an ein Unternehmen verkauft, das in einem anderen Bereich als Geschäftspartner der ÖBB fungiert. Pöchhacker ließ dazu ein Gutachten für den Aufsichtsrat erstellen. Dabei wurden aber keine dienstrechtlichen Verfehlungen entdeckt, die eine Abberufung Hubers rechtfertigen. Trotzdem geht Huber, der vor wenigen Tagen sogar noch um eine zweite Amtszeit ab Herbst 2009 kämpfen wollte, nun freiwillig. Hintergrund ist, dass Pöchhacker gedroht haben soll, ihm das Vertrauen zu entziehen und ihn abzuberufen.
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