Unbekanntes Werk von Bach entdeckt: Universität ersteigert Orgelkomposition
- Abschrift des Orgelwerkes in Nachlass gefunden
- Bisher kannte man nur fünf Takte des Orgelstückes

Eine unbekannte Orgelkomposition von Johann Sebastian Bach ist jetzt von zwei Musikwissenschaftern in Halle entdeckt worden. Bei dem Werk, handelt es sich um eine Fantasie über den Choral "Wo Gott der Herr nicht bei uns hält", teilte die Universität Halle mit. Von dem Werk waren bisher nur die ersten fünf Takte bekannt.
Die Komposition liegt in einer Abschrift des Leipziger Thomaskantors Wilhelm Rust (1822-1892) aus dem Jahr 1877 vor. Die Universitätsbibliothek hatte vor wenigen Wochen einen Teil des Nachlasses von Rust ersteigert. Das Stück wurde von Michael Pacholke und Stephan Blaut, die an einer Händelausgabe arbeiten, im Nachlass entdeckt. Aufgrund der stilistischen Eigentümlichkeiten datieren die Wissenschafter die Entstehung dieses Bach-Werkes auf die Zeit zwischen 1705 und 1710.
"Bach hatte den Choral, der ein bekanntes Kirchenlied ist, in einzelne Verszeilen zerlegt und die Teile verziert und für die Orgel bearbeitet, dabei wurden auch Motive erfunden", sagte Blaut. Das Orgel-Stück habe eine Länge von fünf bis sieben Minuten. Rust war Musiklehrer, Komponist und Organist. Von 1880 an wirkte er als Thomaskantor in Leipzig. Verdienste erwarb er sich als Herausgeber von 26 Bänden der ersten Bach-Gesamtausgabe, für die er seit 1858 hauptverantwortlich war.
(apa/red)
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