Montag, 14. April 2008

Wabl und Grüne für Stopp beim Agrosprit:
Auch Buchinger ist für Biosprit-Moratorium

  • Sozialminister: Aus ethischer Erwägung nicht sinnvoll
  • Beimischung von 10% bis 2010 besser überdenken

Sozial- und Konsumentenschutzminister Buchinger fordert, dass bei der Beimengung von Agrarsprit zu Treibstoffen auf die Bremse gestiegen wird. Dies sei aufgrund der explodierenden Lebensmittelpreise, erheblicher Bedenken der Wissenschaft und zunehmender Proteste von Umwelt- und Klimaschutzorganisationen erforderlich.

"Diese Technologie ist eine Sackgasse. Weder aus Gesichtspunkten der Energiebilanz, noch aus sozial- oder umweltpolitischen geschweige denn aus ethischen Erwägungen scheinen Agrartreibstoffe als eine zukunftsträchtige Lösung derzeit sinnvoll", so Buchinger. Das Ziel der Beimischung von zehn Prozent Agrarsprit bis zum Jahr 2010 müsse überdacht werden. Die Beimengung von Agrartreibstoffen leiste aufgrund der aufwendigen Produktion letztlich keinen großen Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstoßes.

Grüne gegen Biosprit-Zwangsbeimischung
Auch der Klimaschutzbeauftragte der Bundesregierung, Andreas Wabl, und die Grünen haben einmal mehr ein Überdenken des Biosprit-Einsatzes gefordert. Wabl bezeichnete die derzeitigen Pläne zur Steigerung des Agrosprits in der Mittags-ZIB des ORF als "nicht zielführend". Die Grünen haben in einem offenen Brief "die Aufhebung der Biosprit-Zwangsbeimischung von 10 Prozent" gefordert.

Der Bauernbund wehrt sich gegen die Kritik an den Agrotreibstoffen. "Biotreibstoff ist zehnmal besser als jeder fossile Kraftstoff", meinte Bauernbund-Direktor Kaltenegger. Ein Ausstieg aus dem Prinzip der zehnprozentigen Biosprit-Beimischung bis zum Jahr 2020 wäre ein deutlicher Rückschritt für den Klimaschutz und die Nachhaltigkeit.

Die EU-Kommission will trotz der Kritik nicht an ihrem Biosprit-Beimischungsziel von zehn Prozent bis 2020 rütteln lassen. "Derzeit steht es außer Frage, das Beimischungsziel auszusetzen" stellte eine Sprecherin von EU-Umweltkommissar Stavros Dimas am Montag klar. Die EU sei sich der Probleme bewusst und werde sie berücksichtigen. (APA/red)

14.4.2008 17:04