Donnerstag, 17. April 2008

EZB warnt vor neuen Preissteigerungen:
"Inflationsaussichten mit Risiken behaftet"

  • Plus: Lohn-Preis-Spirale könne Teuerung anheizen
  • Inflationsrate laut Prognose weiter deutlich über 2%

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat erneut vor kräftigen Preissteigerungen durch die massive Teuerung bei Lebensmitteln und Energie gewarnt. "Die Inflationsaussichten sind mittelfristig weiterhin eindeutig mit Aufwärtsrisiken behaftet", heißt es in dem veröffentlichten EZB-Monatsbericht.

Daneben bestehe das Risiko, dass von den aktuellen Lohnrunden weitere Inflationsimpulse ausgingen. "Vor diesem Hintergrund ist es unerlässlich, dass alle Beteiligten ihrer Verantwortung gerecht werden", hieß es an die Adresse der Tarifparteien. "Zweitrundeneffekte auf das Lohn- und Preissetzungsverhalten, bedingt durch höhere Energie- und Nahrungsmittelpreise sind zu vermeiden." Eine Lohn-Preis-Spirale könne das Wachstum abwürgen und den Teuerungsdruck weiter anheizen.

Die EZB hatte den Leitzins für die Euro-Zone vergangene Woche bei vier Prozent belassen. Wegen der hohen Inflation verzichteten die Notenbanker auf eine Lockerung ihrer Geldpolitik und folgten erneut nicht dem Beispiel anderer Zentralbanken, die wegen der Finanzkrise zuletzt die Zinsen kräftig gesenkt hatten.

Keine Entspannung in Aussicht
Im Monatsbericht heißt es, die Inflationsrate werde voraussichtlich noch in den kommenden Monaten deutlich über zwei Prozent liegen. Die Teuerung hatte zuletzt mit 3,6 Prozent den höchsten Stand seit Einführung des Euro im Jahr 1999 erreicht. Ungeachtet der Finanzkrise bleibe die konjunkturelle Entwicklung in den Länder der Währungsunion aber weiter solide, teilte die EZB mit und bestätigte damit Aussagen ihres Präsidenten Jean-Claude Trichet von vergangener Woche. (apa/red)

17.4.2008 10:47