IHS setzt sich für stärkere Entlastung ein:
Bevölkerung soll 4,3 Milliarden bekommen
- IHS-Chef Felderer will bei Steuerreform "klotzen"
- Finanzministerium hofft auf Budget-Plus bis 2010
Bernhard Felderer, Chef des Instituts für Höhere Studien (IHS) hat für eine umfangreiche Steuerreform 2010 plädiert, die ein Volumen von 4,3 Mrd. Euro bewegen soll. "Eine Gegenfinanzierung sehen wir eigentlich als nicht erforderlich an, weil sich eine solche Reform ja etwa zur Hälfte selbst finanziert", sagte der Wirtschaftsforscher im "Klub der Wirtschaftspublizisten".
Dass angesichts der sich weiter reduzierenden Prognosen die Einnahmen wegbrechen und damit die Grundlage für die Steuerreform entfallen könnte, glaubt er nicht. Der österreichische Fiskus habe 2007 nicht nur um 1,5 Mrd. Euro mehr eingenommen als erwartet. Gegen Ende des Jahres rechnet Felderer wieder mit einer Stabilisierung der Konjunktur in Amerika.
Das Finanzministerium will gemäß den offiziellen Planungen die 0,5 Prozent Maastricht-Defizit bis 2010 in einen Überschuss von 0,4 Prozent verwandeln. Herzstück der Modellrechnung Felderers ist eine Senkung des Eingangssteuersatzes von derzeit 38,3 auf dann 33,8 Prozent. Dies würde 1,5 Mrd. Euro kosten und brächte eine Entlastung des Mittelstandes. Die durchschnittliche Steuerersparnis wird in diesem Modell mit 410 Euro beziffert, Einkommensbezieher über 25.000 Euro Jahreseinkommen hätten einen Vorteil von durchschnittlich 675 Euro pro Jahr.
SPÖ zeigt sich skeptisch
SPÖ-Budgetsprecher Krainer hat die Aussagen Felderers zur Steuerreform 2010 begrüßt, ein Volumen von 4,3 Mrd. Euro werde "sich aber nicht ausgehen", erklärte Krainer. Mit den geplanten 2,7 Mrd. Euro könne die Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen erreicht werden die "Priorität" habe. Ein Hinaufsetzen der Stufengrenze für den Spitzensteuersatz auf 90.000 Euro werde sich leider "nicht ausgehen", bedauert der SP-Budgetsprecher.
Gut gefällt Krainer das Eintreten Felderers für die Senkung des Eingangssteuersatzes und dass dieser damit argumentiert, dass sich die Hälfte der Steuerreform von selbst finanziert.
(apa/red)


