Gewerkschaft bricht Gespräch mit ÖIAG ab:
Fritz ortet "Beamten-Entsorgungsaktion"
- Androhung von nie dagewesenen Kampfmaßnahmen
- Grund: ÖIAG sieht "Auffang-Stiftung" für Beamte vor
Die Gewerkschaft erhöht ihren Widerstand gegen eine Beamten-Agentur für Post und Telekom. Post-Gewerkschaftschef Gerhard Fritz hat den Abbruch der Verhandlungen erklärt. "Telekom-Betriebsratschef Michael Kolek und ich stehen für Gespräche und Arbeitsgruppen nicht mehr zur Verfügung", sagte Fritz. Sollte die Staatsholding ÖIAG die Pläne dennoch umsetzen, werde sie "Kampfmaßnahmen erleben, die sie bisher noch nicht gesehen hat", drohte der Gewerkschafter.
ÖIAG-Chef Peter Michaelis hatte zuvor bei einem öffentlichen Auftritt in Wien erklärt, dass es in der Arbeitsgruppe "gute Gespräche" gebe. Ziel der ÖIAG ist eine Art "Auffang-Stiftung", die als Auffanggesellschaft 2.000 bis 2.500 der 6.900 Telekom-Beamten und in den nächsten Jahren auch 2.000 Post-Beamte übernehmen soll. Eventuell, hieß es danach, könnten selbst überzählige ÖBB-Mitarbeiter in dieser Gesellschaft aufgenommen werden. Die Kosten trügen die Unternehmen und die ÖIAG, sprich der Staat.
Fritz: "Beamten-Entsorgungsaktion"
Post-Gewerkschaftschef Fritz spricht von einer "Beamten-Entsorgungsaktion", die es mit der Gewerkschaft nicht geben werde. Vernünftige Gespräche mit der Gewerkschaft hätten bisher in keiner Weise stattgefunden. Dass es bei Post und Telekom tausende Beamte gebe, die keine Arbeit haben, sei "Nonsens pur". Auch die SPÖ werde sicher keine Lösung mitragen, "bei der über die Leute drübergefahren wird", sagte Fritz.
Telekom-Betriebsratschef Michael Kolek verurteilte die öffentlichen Äußerungen des ÖIAG-Chefs als "völlig inakzeptabel". Die Gewerkschaft müsse über die Pläne der Staatsholding in der Zeitung lesen. Michaelis solle sich als Aufsichtsrat der seit Jahren bekannten strategischen Probleme der Unternehmen annehmen und diese nicht auf die Mitarbeiter abschieben.
Auch in der Telekom könne von einem Personalüberhang keine Rede sein. Derzeit seien gerade 35 Mitarbeiter ohne Arbeit. "Wenn man alleine alle Leasingkräfte aus dem Unternehmen nimmt, steht der Betrieb still", so Kolek. (apa/red)


