Mittwoch, 16. April 2008

Die Teuerungen im Detail aufgeschlüsselt:
Sprit und Lebensmittel stiegen am stärksten

  • Sprit sorgt allein für ein Plus von 0,9 Prozentpunkte
  • Lediglich "Nachrichtenübermittlung" wurde billiger

Für fast ein Drittel der Gesamtinflation von 3,5 Prozent im Jahresabstand zeichnete in Österreich im März die Ausgabengruppe "Verkehr" (+7,3 Prozent) verantwortlich. Vor allem die stark gestiegenen Treibstoffpreise (insgesamt +26 Prozent; Diesel +30 Prozent, Superbenzin +22 Prozent, Normalbenzin +25 Prozent) schlugen voll auf die Inflation durch, wie die Statistik Austria erklärte.

Etwas mehr als 0,9 Prozent-Punkte der Gesamtinflation sind auf die Sprit-Preise zurückzuführen, weitere 0,2 Prozent-Punkte auf Heizöl, das zur Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und Energie" gehört. Die Preise für Wartung und Reparaturen von Fahrzeugen stiegen insgesamt um 4 Prozent. Preisrückgänge bei Flugtickets um 14 Prozent konnten die gestiegenen Sprit-Preise kaum kompensieren. Die Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" (durchschnittlich +7,8 Prozent) zählte weiter zu den Hauptpreistreibern und verursachte mit 0,9 Prozent-Punkten etwas mehr als ein Viertel der Inflationsrate.

Lebensmittel steigen konstant
Die Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln (durchschnittlich +8,4 Prozent) ist ähnlich prekär wie in den Vormonaten (Februar +8,9 Prozent, Jänner +8,3 Prozent): Molkereiprodukte und Eier verteuerten sich durchschnittlich um 16 Prozent, Käse sogar um 21 Prozent (Gouda +24 Prozent, Emmentaler +21 Prozent, Camembert +25 Prozent, Frischkäse +19 Prozent, Mozzarella +15 Prozent). Die Vollmilch-Preise stiegen um 14 Prozent, für Schlagobers und Sauerrahm je 18 Prozent und für Fruchtjoghurt um 8 Prozent. Eier verteuerten sich gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent. Brot und Getreideerzeugnisse kosteten im Schnitt 11 Prozent mehr (Teigwaren +39 Prozent, Gebäck +11 Prozent, Spezialbrot +9 Prozent, Weißbrot und Mischbrot je +8 Prozent, Butterkekse +16 Prozent, Nussgebäck +9 Prozent, Topfengolatsche +7 Prozent). Fleisch und Fleischwaren verteuerten sich im Jahresschnitt um 5 Prozent (Putenbrustfleisch +11 Prozent, Brathuhn +14 Prozent, Extrawurst +7 Prozent, Dauerhartwurst +4 Prozent).

Die Preise für Speisefette und -öle zogen um 14 Prozent an; verantwortlich waren dafür überwiegend Verteuerungen bei Butter (+18 Prozent; Sortenreines Pflanzenöl +23 Prozent). Die Obstpreise stiegen 10 Prozent (Pfirsiche/Nektarinen +17 Prozent, Zitronen +41 Prozent), die Gemüsepreise um 5 Prozent (Häuptelsalat +20 Prozent, Paprika +14 Prozent, jedoch Gurken 15 Prozent). Zucker, Marmelade, Honig und Süßwaren verzeichneten Preisanstiege von 4 Prozent, verursacht vor allem durch deutlich teurere Vollmilchschokolade (+5 Prozent) und Schokoriegel (+11 Prozent). Alkoholfreie Getränke wurden im Schnitt um 2,3 Prozent teurer. Die Preisanstiege bei Mineralwasser, Limonaden und Fruchtsäften (insgesamt +4 Prozent; Orangensaft +15 Prozent) konnten durch Preisrückgänge bei Kaffee, Tee und Kakao (insgesamt -2 Prozent; Bohnenkaffee -5 Prozent) nur teils kompensiert werden.

Auch Wohnen wurde teurer
Ein Achtel der Jahresinflation ging auf die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser, Energie" (+2,5 Prozent) zurück. Verteuerungen bei der Haushaltsenergie (+4,6 Prozent; u.a. Heizöl +29 Prozent, Strom +1 Prozent, Gas -1 Prozent, Fernwärme +1 Prozent), spiegelten primär die Preisentwicklung bei Heizöl wider, so die Statistik Austria. Material zur Instandhaltung und Reparatur von Wohnungen wurde 5 Prozent teurer (Zement +17 Prozent, Ziegelstein +6 Prozent, Holzverkleidung +10 Prozent). Wohnungs-Betriebskosten sanken um 1 Prozent (Betriebskosten für Mietwohnungen unverändert, für Eigentumswohnungen -6 Prozent).

Telefonie deutlich billiger
Stärkster Inflationsdämpfer im Jahresabstand war die Ausgabengruppe "Nachrichtenübermittlung" (im Schnitt -4,2 Prozent) mit deutlichen Preisrückgängen bei Telefon- und Telefaxdiensten (insgesamt -3,6 Prozent; Internetentgelt -17 Prozent, Grundentgelt Mobiltelefon -3 Prozent, Festnetz/Gesprächsentgelt -4 Prozent). Die Aktionen beim Aktivierungsentgelt einiger Mobilfunkanbieter führten insgesamt zu starken Preisrückgängen bei Telefonapparaten und Telefaxgeräten (im Schnitt -41 Prozent; Mobiltelefongerät -51 Prozent). (apa/red)

16.4.2008 11:27