Allerletzte "Mission" von Martin Ulrich?Voraussichtlich Karriere-Ende nach 17. WM
- Rekordteamspieler mit derzeit 226 Länderspielen
- 38-jährige Verteidiger will Jüngere an Schläger lassen

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Nach 17 Weltmeisterschaften und 228 Länderspielen unter sechs Teamchefs soll am Samstagabend Schluss sein mit einer der längsten Karrieren in der österreichischen Eishockey-Nationalmannschaft. Martin Ulrich will am (heutigen) Freitag gegen Kasachstan und am Samstag gegen Polen (jeweils 20.30 Uhr) mithelfen, die ÖEHV-Auswahl zurück in die A-WM zu führen und dann seine Laufbahn im Nationalteam beenden.
"Das wird voraussichtlich meine letzte WM sein. Ich will nicht spielen, bis sie mir total um die Ohren fahren. Ich bin doch schon ein Fortgeschrittener, Jüngere sollen das dann übernehmen", erklärte der 38-jährige Verteidiger.
Teamtreu
Ulrich war stets einer der Treuesten im Team, egal, ob der Teamchef Ludek Bukac, Ken Tyler, Ron Kennedy, Herbert Pöck, Jim Boni oder nun eben Lars Bergström hieß. Sein Debüt gab er am 7. Dezember 1989 in der DDR, kurz nach dem Fall der Mauer. Seit der B-WM 1991 in Laibach, als er bei seinen ersten Titelkämpfen gleich zum besten Verteidiger des Turniers gewählt worden ist, hat der gebürtige Wiener nur die WM 2003 wegen einer Knieverletzung ausgelassen.
"Es ist nach wie vor eine Ehre für Österreich zu spielen. Ich habe immer gerne gespielt", betonte Ulrich, der sich glücklich schätzt, dass er auch nach so vielen Spielen fit ist. "Ich stehe in der Früh auf und nichts tut mir weh. Ich gehe mit Spaß zum Training", erklärte der 1,88 m große Verteidiger, der schon sehr früh dem Eishockey verfallen war.
Seine Karriere
Denn kaum sicher auf den Beinen, begann der dreijährige Martin mit dem Eislaufen, mit vier Jahren jagte er schon dem Puck nach. Bereits mit sieben Jahren machte er seine erste Erfahrung mit Weltmeisterschaften, als er bei der Eröffnung der WM 1977 in Wien als Fahnenträger mit der rumänischen Flagge übers Eis kurvte. "Ich habe da Rotz und Wasser geheult, weil ich nicht die Rumänen wollte. Ich hätte sicher Kanada genommen, weil da mit Phil Esposito mein großes Vorbild mitgespielt hat", erinnerte sich Ulrich einmal.
Als Teenager stand der Wiener knapp vor einem Engagement in Übersee, mit einem Verein aus der Saskatchewan Junior Hockey League war schon alles klar. Freigabe habe er damals keine bekommen und zudem sei er auf dem Sprung in die Kampfmannschaft gewesen. Also blieb er in Wien, 1996 ging er nach Deutschland, wo er für die Topclubs Adler Mannheim (zweimal Meister 1997 und 1998), Berlin Capitals und Düsseldorfer EG spielte. 2005 kam er zurück nach Österreich und holte mit Red Bull Salzburg noch zwei Meistertitel (2007, 2008). Wo der Verteidiger in der nächsten Saison spielen wird, ist noch offen. Mit Salzburg habe es noch keine Gespräche gegeben, aktiv will er aber noch bleiben. "Irgendwo werde ich schon noch das Eis zerkratzen", meinte er.
226 Länderspiele
Ulrich hat bislang 226 Länderspiele bestritten. Mit Dieter Kalt (191) und Gerhard Unterluggauer (178) sind auch die Nummer zwei und drei der Statistik der ewigen ÖEHV-Teameinsätzen dabei. Auf die internationalen Rekordhalter allerdings fehlen rund 100 Länderspiele. Raimo Helminen spielte 330 mal für Finnland, der deutsche Udo Kießling kam auf 320 Länderspiele und Jiri Holik auf 319 für die CSSR.
(apa/red)
