Sonntag, 20. April 2008

Rekorde, Meilensteine & Triumphe: Rapid
ein Stück österreichische Sport-Geschichte

  • Rapid war 1912 der erste Meister Österreichs
  • Auch lange Durststrecken prägten Vereinsgeschichte

Auch wenn die titellosen Meisterzeiten für die zahlreichen grün-weißen Fans in jüngerer Zeit oft unerträglich lange dauerten: Der SK Rapid darf sich nach wie vor als der populärste Sportklub Österreichs bezeichnen, der wenige Fußballfreunde kalt lässt, vielen aber im Herzen sitzt.

Rapid war 1912 der erste Meister Österreichs und ist auch der bisher letzte, wobei die Hütteldorfer ihre heimische Rekord-Ausbeute auf 32 Titel schraubten: 14 vor dem Zweiten Weltkrieg, 18 nach 1945. Im Cup-Bewerb (ab 1919/erster Sieger und damit erster Double-Gewinner Rapid) mussten die Hütteldorfer mit 14 Erfolgen (zuletzt 1995) aber dem Wiener Erzrivalen Austria (26 Trophäen) den Vortritt lassen.

1898 gegründet
Als 1. Wiener Arbeiter Fußballklub im September 1898 gegründet, wurde der Verein schon am 8. Jänner 1899 in Sportklub Rapid umgetauft. In den folgenden 109 Jahren erwarben sich die zunächst Blau-Roten, ab 1904 aber Grün-Weißen vor allem dank Kampfkraft, Einsatz und Leidenschaft den Ruf als Fußball-Markenzeichen Nummer eins zwischen Neusiedler- und Bodensee. Oft wurde, wie auch in dieser Saison, in der legendären Rapid-Viertelstunde noch entscheidend zugesetzt und schon verloren oder zumindest nicht gewonnen geglaubte Partien noch aus dem Feuer gerissen.

Die verschiedenen Rapid-Mannschaften schossen sich zum Ehrentitel "Kanoniere" und halten seit 1950/51 mit 133 Treffern in 24 Spielen einen wohl ewigen Rekord. An Torjägern gab es bei den Hütteldorfern keinen Mangel, wie Pepi Uridil, Franz "Bimbo" Binder (1.151 Tore in insgesamt 794 Spielen für Rapid und Auswahlteams), Robert Dienst oder Hans Krankl (jeweils viermal Schützenkönig, wobei der "Goleador" mit 41 Treffern aus der Saison 1977/78 auch den Rekord hält) bewiesen.

Aber Grün-Weiß stellte in jeder Formation große Könner - wie u.a. "Tiger" Walter Zeman, "Wödmasta" Ernst Happel, "Schropp" Gerhard Hanappi, Weltcupsieger (allerdings mit Feyenoord) Franz Hasil oder Europameister Antonin Panenka und Österreichs Rekord-Nationalspieler Andreas Herzog.

Zwei Mal ohne Niederlage Meister
Zweimal gewann Rapid den Titel ohne Niederlage (1913 und 1935), ein Kunststück, das nur noch dem Sportclub 1958/59 gelang. Als einzige Mannschaft waren die Hütteldorfer immer erstklassig, holten 32 Mal den Titel, trugen sich weitere 22 Mal als "Vize" ein und kamen 20 Mal als Dritte ins Ziel. Die schlechteste Platzierung der Clubgeschichte war ein achter Rang 2001/02 unter Lothar Matthäus.

Unvergessen ist der Auftritt der Wiener am 22. Juni 1941 im Finale um den deutschen Meistertitel gegen den favorisierten FC Schalke 04 vor knapp 100.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion. 3:0 lagen die "Knappen" schon voran, "9:0"-Sprechchöre hallten von den Rängen, mit diesem Ergebnis hatten die "Königsblauen" zwei Jahre vorher im Endspiel Admira Wien deklassiert. Doch Schors und dreimal Binder schossen die Gelsenkirchner mit 4:3 k.o. und holten nach der deutschen Cup-Trophäe 1938 durch ein 3:1 im Berliner Finale gegen den FSV Frankfurt auch die deutsche Meisterschaft.

Mitropacup-Triumphe
Zu den Meilensteinen der Rapid-Triumphe zählen auch der Mitropacup-Sieg 1930 mit dem Gesamtscore von 4:3 gegen Slavia Prag und das 6:1 im Duell der "Kanoniere" in Brügge gegen Englands Meister Arsenal 1953 mit der vielleicht besten Rapid-Elf aller Zeiten, der u.a. Zeman, Merkel, Happel, Hanappi, Dienst, Probst sowie Körner I und II angehörten.

In der Meistercup-Saison 1956/57 brachte Rapid das damals den europäischen Fußball dominierende weiße Ballett aus Madrid an den Rande des Ausscheidens. Ein 2:4 in Madrid beantworteten die Hütteldorfer im Achtelfinal-Rückspiel gegen Real mit einem 3:1 (Happel war dreifacher Torschütze), hätte es schon damals die Auswärtstorregel gegeben, wären die Wiener weitergekommen. So traten sie abermals in Madrid zum Entscheidungsspiel an und verloren 0:2. 1960/61 zogen die Rapidler ins Halbfinale ein, in dem sie gegen den späteren Sieger Benfica (0:3,1:1/Abbruch) den Kürzeren zogen.

Die größten Erfolge für Grün-Weiß gab es dann bei den Cupsiegern mit zwei Finali, die aber jeweils 1985 in Rotterdam gegen Everton (1:3) und 1996 in Brüssel gegen Paris SG (0:1) verloren gingen.

(apa/red)

CASHPOINT - Wollen wir wetten?
Click!

20.4.2008 18:27