Dienstag, 15. April 2008

Kyoto-Protokoll hat im Jänner begonnen: Messung der Treibhausgasausstöße startet

  • Von nun an summieren sich Überschüsse bis 2012
  • Daten gibt es aber erst mit zweijähriger Verzögerung

Dass Rechnungshof und Umweltbundesamt in punkto Klimaschutz Alarm schlagen, hat einen guten Grund: Die Uhr tickt. Bereits am 1. Jänner hat die sogenannte Zielperiode für das Kyoto-Protokoll begonnen. Darin hat sich Österreich verpflichtet, im Durchrechnungszeitraum 2008 bis 2012 seine Treibhausgasreduktionen gegenüber 1990 um 13 Prozent zu senken.

Konkret bedeutet das: Entweder wird das Ziel Jahr für Jahr korrekt eingehalten, oder der Überschuss summiert sich bis 2012. Ein Fehlbetrag aus 2008 müsste also 2009 zusätzlich eingespart werden, jener aus 2009 im Jahr 2010 und so weiter.

Zwei Jahre Wartezeit
Die Daten über die heimischen Treibhausgasgasausstöße liegen immer mit einer Verzögerung von zwei Jahren vor. Daher lässt sich derzeit noch keine Aussage über die tatsächlichen Emissionen machen, sehr wohl zeichnet sich aber ein deutlicher Trend ab: 2006 gab es zwar ein leichtes Minus, bis zur tatsächlichen Erreichung des Zieles klafft aber mit 91,1 Millionen Tonnen immer noch eine große Lücke: Statt 13 Prozent unter dem Wert von 1990 liegt Österreich mit Stand vor zwei Jahren ganze 15 Prozent bzw. 22,3 Mio. Tonnen darüber.

Wie in der Klimastrategie 2007 festgeschrieben wurde, sollen neun Millionen Tonnen in Form von Zertifikaten aus "grünen" JI/CDM-Projekten zugekauft werden. Dabei zahlt Österreich etwa bei umweltfreundlichen Kraftwerken in Entwicklungs- und Transformationsändern mit, und bekommt dafür Verschmutzungsrechte gutgeschrieben. Damit bleiben unterm Strich 13,3 Millionen Tonnen übrig, die eingespart werden müssen.

Die größte Abweichung vom Ziel hat nach wie vor der Sektor Verkehr, der seit 1990 um 83,5 Prozent mehr Treibhausgase ausstößt und immerhin für ein Viertel der Gesamtemissionen verantwortlich ist.

(apa/red)

15.4.2008 13:11