Sonntag, 20. April 2008

Al Kaida kündigt neue Offensive im Irak an:
US-Opfer werden Präsident Bush 'gewidmet'

  • Rice ist indes unangekündigt nach Bagdad gereist
  • Milizenführer Al Sadr drohte ebenfalls mit Offensive

Der Anführer der Al Kaida im Irak hat eine vierwöchige Offensive gegen die amerikanischen Truppen angekündigt. Eine Stimme erklärte in einer Tonbandaufnahme, man werde die US-Opfer Präsident Bush widmen. US-Außenministerin Rice ist indes zu einem unangekündigten Besuch in der irakischen Hauptstadt Bagdad eingetroffen.

Auch der schiitische Milizenführer Al Sadr drohte mit einer neuen und zeitlich unbegrenzten Offensive im Irak. Wenn die Regierung in Bagdad die gemeinsamen Angriffe mit den US-Streitkräften gegen seine Anhänger nicht einstelle, werde er ihnen den "offenen Krieg" erklären, so der Prediger. Dies sei die letzte Warnung. Die Regierung solle endlich den Weg des Friedens einschlagen und damit aufhören, die eigene Bevölkerung zu bekämpfen.

Die Drohung, den seit über sieben Monaten gültigen Waffenstillstand aufzuheben, folgt heftigen Kämpfen zwischen Sadrs Mahdi-Miliz und den Regierungstruppen. Diese begannen am 25. März eine Offensive gegen die antiamerikanische Miliz im Bagdader Stadtteil Sadr City und in der südlichen Hafenstadt Basra. Anfang April hatte Sadr seine Gefolgsleute vorerst zum Rückzug aufgefordert, seither kommt es aber immer wieder zu tödlichen Gefechten.

Unangekündigter Besuch von Rice
US-Außenministerin Condoleezza Rice hat bei einem unangekündigten Besuch in Bagdad die breite Unterstützung der politischen Kräfte im Irak für das Vorgehen gegen den radikalen Schiiten-Prediger Muktada (Moqtada) al-Sadr als Beleg für die Entstehung einer neuen politischen "Mitte" gewertet. Diese gelte es zu unterstützen. Rice kam in der streng bewachten Grünen Zone in Bagdad zunächst zu einem Gespräch mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki zusammen, anschließend trafen beide US-Kommandant General David Petraeus. Auch eine Unterredung mit dem irakischen Präsidenten Jalal Talabani, einem Kurden, war geplant.

Rice erklärte, sie wolle um weitere Unterstützung der Sunniten und Kurden für Malikis schiitische Regierung werben. Sie sagte, das harte Vorgehen des Premiers gegen die schiitischen Milizen in Basra im März habe zu ermutigenden Signalen sunnitischer und kurdischer Politiker geführt. Rice sprach von einem "Zusammenwachsen einer Mitte in der irakischen Politik".(APA/red)

20.4.2008 18:29