Samstag, 19. April 2008

Schiff bringt Waffen für Simbabwe: Wegen
Polit-Krise soll Entladung verhindert werden

  • Hafenarbeiter in Südafrika verweigerten Entladung
  • Erneut Aufruf zur Herausgabe der Wahlergebnisse

Ein mit Waffen für Simbabwe geladenes Schiff ist aus einem südafrikanischen Hafen ausgelaufen. Zuvor hatten sich Hafenarbeiter in Durban geweigert, die Fracht zu entladen. Das Schiff nahm nunmehr Kurs auf Mosambik, wie eine Menschenrechtsgruppe mitteilte. Ein Gericht verfügte kurz zuvor, dass die "An Yue Jiang" den Hafen mit der umstrittenen Waffenladung an Bord vorerst nicht verlassen dürfe. Als die Verfügung zugestellt werden sollte, hatte der Frachter bereits abgelegt.

Medienberichten zufolge sollen sich auf dem Frachter große Mengen Munition für Kalaschnikow-Gewehre sowie tausende Granaten und Granatwerfer befinden. "Das sind hunderte Mörsergranaten und Munition und wir sind sehr besorgt darüber, wie diese eingesetzt werden", sagte Nicole Fritz vom südafrikanischen Zentrum für Rechtsstreitigkeiten angesichts der politischen Krise in Simbabwe. Ihre Organisation wolle ein Entladen der Fracht auch in Mosambik verhindern, sagte Fritz.

Hafenarbeiter und Lastwagenfahrer in Südafrika hatten zuvor die Entladung des Schiffs verweigert. Der Dachverband der südafrikanischen Gewerkschaften begrüßte die Haltung der Beschäftigten der Transportgewerkschaft. Er bekräftigte seinen Aufruf an die Wahlkommission in Simbabwe, die Ergebnisse der Präsidentenwahl vom 29. März zu veröffentlichen. Die "An Yue Jiang" müsse nach China zurückkehren, erklärte der Gewerkschaftsbund.

Mbeki: Keine Krise in Simbabwe
Peking ist einer der wichtigsten Handelspartner und Verbündeten Simbabwes. Ein südafrikanischer Regierungssprecher hatte erklärt, die Behörden würden nicht einschreiten, um eine Lieferung der Waffen zu verhindern, da die Papiere des Frachters in Ordnung seien. Der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki hat erklärt, in Simbabwe gebe es keine Krise.

Die Opposition in Simbabwe wirft Staatschef Robert Mugabe vor, "einen Krieg" gegen die eigene Bevölkerung anzuzetteln, nachdem er bei der Präsidentenwahl Ende März gegen seinen Herausforderer Morgan Tsvangirai verloren habe. Regierungstreue Milizen würden mit Waffen ausgerüstet. (APA/red)

19.4.2008 09:48