Neue Hoffnung für Angehörige der Sahara- Geiseln: Spekulationen um "Lebensbeweis"
- Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber noch am Leben?
- "Proof-of-Life" an die zuständigen Stellen übermittelt
Im Fall der österreichischen Sahara-Geiseln gibt es einen neuen Bericht, wonach den zuständigen Stellen ein Lebenszeichen übermittelt worden sei. Es gebe "Lebensbeweise" von Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber, die "an die Zuständigen" übermittelt worden seien, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP von einem Emissär, der in die Befreiungsbemühungen involvierten ist.
Der Gesandte nannte keine weiteren Einzelheiten. Es gebe "Hoffnung", dass die beiden freikommen, aber er könne "nicht mehr sagen als das". Als "falsch" bezeichnete der Emissär Berichte, wonach es wegen der Geiselaffäre Tote gegeben habe. Algerische Medien hatten einen Zusammenhang zwischen der Geiselaffäre und dem Tod eines malischen Armeekommandanten und eines Zivilisten am 11. April im nordmalischen Kidal hergestellt.
Im Wiener Außenministerium war zunächst keine Stellungnahme zu den Aussagen des Emissärs zu erhalten. Schon zuvor hatte die Tageszeitung "Der Standard" berichtet, dass Emissäre mit den Entführern zusammengetroffen und mit dem von den österreichischen Behörden verlangten "Proof-of-Life" (Lebensbeweis) zurückgekehrt seien. Bestätigt wurde diese Information offiziell nicht.
Außenamt: Lebenszeichen gehören zu Entführungsfällen
In jedem Fall von Geiselnahme sei "das Bemühen um Lebensbeweise ein fester Bestandteil". Dies erklärte der Sprecher des Außenministeriums, Peter Launsky-Tieffenthal, zu jüngsten Berichten, dass im Fall der österreichischen Sahara-Geiseln Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber zuständigen Stellen ein Lebenszeichen übermittelt worden sei. Man müsse immer überprüfen, ob in solchen Fällen die Gesprächskanäle auch zum Ziel führen, sagte der Sprecher, ohne sich zu äußern, ob im konkreten Fall des entführten Salzburger Paares ein Lebensbeweis vorliege.
Jüngstes Ultimatum lange abgelaufen
Ebner (51) und Kloiber (44) waren am 22. Februar während einer Tour mit einem Geländewagen im Süden Tunesiens verschwunden, und sollen in den Norden Malis verschleppt worden sein. Am 10. März bekannte sich eine Gruppe, die sich "Al Kaida im Islamischen Maghreb" nennt, zur Entführung der beiden. Die Entführer forderten die Freilassung von Gesinnungsgenossen in algerischen und tunesischen Gefängnissen und setzten Österreich ein später zwei Mal verlängertes Ultimatum. Das jüngste Ultimatum ist nach Angaben des US-Terrorforschungsinstituts SITE Intelligence Group am 6. April ausgelaufen, doch wurde diese zeitliche Frist vom Außenministerium nie bestätigt. (APA/red)
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