Keine Eile in Montenegro bei Kosovo-Frage:
Vujanovic wartet mit Anerkennung weiter ab
- "Harmonische Beziehung" soll nicht gefährdet werden
- Gute Kommunikation mit Serbien & Kosovo erwünscht
Montenegro will sich mit der Anerkennung des Kosovo, der im Februar seine Unabhängigkeit ausgerufen hat, auch aus innerstaatlichen Gründen nicht beeilen. "Eine voreilige Anerkennung wäre im Widerspruch mit unserem Interesse bezüglich der Wahrung der harmonischen nationalen Beziehungen, die eine Grundlage der inneren Stabilität Montenegros sind", erklärte der montenegrinische Präsident Filip Vujanovic mit Hinweis auf solche "harmonischen Beziehungen zwischen den (in Montenegro lebenden) Serben und Albanern".
Podgorica habe Verständnis für den sensiblen Charakter der Kosovo-Frage für Serbien. Man wünsche sich eine gute Kommunikation, aber auch mit der Kosovo-Regierung in Pristina, unterstrich Vujanovic in einem Gespräch mit dem Belgrader Blatt "Vecernje novosti". Montenegro werde sich daher zur empfindlichen Frage der Anerkennung des Kosovo äußern, wenn es zur Schlussfolgerung kommt, dass die Voraussetzungen dafür gegeben seien, präzisierte Vujanovic, ohne einen Termin zu nennen. "Ich bin überzeugt, dass dieser Standpunkt Montenegros auch von der Staatengemeinschaft verstanden wird und sehe keinen Grund, warum auch Belgrad und Pristina nicht dafür Verständnis haben könnten."
Podgorica seit 2006 von Serbien getrennt
Podgorica hatte sich nach einem Unabhängigkeitsreferendum im Juni 2006 von Serbien getrennt. Er sei sich sicher, dass die Beziehungen zwischen den zwei Staaten seitdem viel besser seien, meinte der kürzlich in sein Amt wiedergewählte Vujanovic.
Belgrad hatte erst vor einigen Wochen seinen Botschafter nach Podgorica entsandt. Der amtierende serbische Premier Vojislav Kostunica, der nie einen Hehl aus seiner Abneigung gegen die Unabhängigkeit Montenegros gemacht hatte, hatte in den vergangenen zwei Jahren dem Nachbarstaat noch keinen Besuch abgestattet.
(apa/red)
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