Mittwoch, 16. April 2008

Simbabwe: Tsvangirai lehnt Stichwahl um Präsidentenamt nicht mehr kategorisch ab

  • Oppositionsführer fordert internationale Beobachter
  • Präsidentenwahl-Ausgang noch immer nicht bekannt

Simbabwes Oppositionsführer Morgan Tsvangirai ist von seiner kategorischen Ablehnung einer Stichwahl um das Präsidentenamt abgerückt. Tsvangirai deutete im südafrikanischen Fernsehsender e.tv. an, bei einer Überwachung des Urnengangs durch internationale Beobachter zu einer Stichwahl gegen Präsident Robert Mugabe bereit zu sein.

Der Oppositionsführer hat sich bereits zum Wahlsieger erklärt, obwohl das Ergebnis noch nicht bekannt ist. Ein von der oppositionellen Bewegung für einen demokratischen Wandel (MDC) ausgerufener Generalstreik wurde angesichts eines starken Aufgebots der Sicherheitskräfte kaum beachtet.

Mugabe-Partei besteht auf Stichwahl
Er werde nur bei einer Stichwahl antreten, wenn mit Hilfe der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC) oder der internationalen Gemeinschaft ein anderes Umfeld für die Wahl geschaffen werde, betonte Tsvangirai. Zuvor hatte der Oppositionsführer seine Teilnahme stets ausgeschlossen. Die Mugabe-Partei ZANU-PF besteht hingegen auf einer Stichwahl.

Wahl-Ergebnisse noch immer nicht veröffentlicht
Der Ausgang der Präsidentenwahl vom 29. März ist noch immer nicht bekannt. Am Montag hatte das Oberste Gericht in der Hauptstadt Harare einen Antrag der Opposition auf unverzügliche Veröffentlichung der Ergebnisse zurückgewiesen.

Ein Sprecher der MDC warf Anhängern von Mugabe die Tötung eines ihrer Mitglieder vor. Der Mann sei im Bezirk Mudzi im Nordosten des Landes von Anhängern der ZANU-PF zu Tode geprügelt worden. Eine Bestätigung des Vorfalls durch die Polizei lag zunächst nicht vor. Laut MDC wurde bereits am Tag zuvor einer ihrer Politiker von ZANU-PF-Anhängern getötet. Die Polizei bestätigte den Vorfall, bestritt aber einen politischen Hintergrund.

(apa/red)

16.4.2008 09:10