Dienstag, 15. April 2008

Papst in den USA angekommen: Zu Beginn
bedauerte er Missbrauchsfälle bei Priestern

  • "Pädophile vom Priesterdienst absolut ausschließen"
  • Benedikt feiert heute 81. Geburtstag im Weißen Haus

Papst Benedikt XVI. hat sich auf seinem Flug in die USA "tief beschämt" über die Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch US-Priester geäußert. Der Skandal, der 2002 ans Tageslicht kam, bedeute "großes Leiden" für die Opfer und für die Kirche, sagte Benedikt. "Wir sind tief beschämt und wir werden alles tun, dass dies in der Zukunft nicht mehr passieren kann."

"Wir werden Pädophile vom Priesterdienst absolut ausschließen", sagte der Papst im Flugzeug. Benedikt, der heute seinen 81. Geburtstag feiert, wurde in Washington von US-Präsident Bush und dessen Ehefrau Laura erwartet. Höhepunkt seiner sechstägigen Reise ist am Freitag eine Rede vor der UNO. Außerdem wird das katholische Kirchenoberhaupt am "Ground Zero" in New York für die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 beten.

Papst Benedikt sprach den Opfern pädophiler Priester auch die Unterstützung der katholischen Kirche zu. Die Kirche werde ihr Möglichstes tun, um die von pädophilen Priestern verursachten Wunden zu heilen, sagte der Papst. Zudem solle dafür gesorgt werden, dass sich derartige Vorfälle nicht wiederholten.

Papst spricht über Missbrauchsskandal
Pädophilie sei vollkommen unverträglich mit dem Priesteramt, sagte der Papst demnach weiter. Es sei besser, gute Priester zu haben, als viele Priester. Im Verlauf des sechstägigen Besuchs in den USA will der Papst auch zu den Missbrauchskandalen Stellung nehmen, die die katholische Kirche in dem Land in eine tiefe Krise gestürzt hatten. Den Opfern wurden Entschädigungen in Höhe von mehreren Milliarden Dollar gezahlt, was mehrere Diözesen in den finanziellen Ruin trieb.

Das Weiße Haus erwartete eine "ehrliche" Diskussion zwischen US-Präsident Bush und Benedikt. Unklar war zunächst, ob der Papst bei dem Treffen mit Bush kontroverse Themen wie den Irakkrieg oder die Todesstrafe offen ansprechen wird: Der Vatikan lehnt den Irakkrieg strikt ab und hat sich auch immer wieder gegen die Todesstrafe ausgesprochen. (APA/red)

15.4.2008 22:19