38 Tote bei Flugzeugabsturz im Kongo:
Maschine raste in einen Markt und fing Feuer
- Reifendefekt vermutliche Ursache für das Unglück
- Ursprüngliche Opferzahl wurde weit höher vermutet
Nach einem Flugzeugunglück im Osten des Kongos steigt die Zahl der Todesopfer. Rettungskräfte bargen bisher 38 Leichen. Eine mit 79 Passagieren besetzte DC-9 war beim Start in Goma über die Landebahn hinausgeschossen und in ein belebtes Marktviertel gerast. Während die meisten Insassen gerettet wurden, gab es im angrenzenden Viertel Birere die meisten Todesopfer.
Mit Sicherheit seien noch weitere Menschen unter den Trümmern begraben, sagte der Abgeordnete Michel Bwinika an der Unglücksstelle. Unter den Todesopfern waren nach Angaben des Verkehrsministeriums mindestens zwei Passagiere. Mehr als 100 Verletzte wurden in den Kliniken in der Umgebung behandelt. An Bord der Maschine der Fluggesellschaft Hewa Bora befanden sich 79 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder.
Das Flugzeug habe Probleme mit einem der Reifen gehabt und deshalb nicht abheben können, sagte ein Überlebender. Einer der Piloten soll nach anderen Angaben erklärt haben, dass einer der beiden Motoren der DC-9 ausgefallen sei. Daraufhin raste das Flugzeug durch Holzhäuser auf den gut besuchten Birere-Markt. Die DC-9 sollte über Kisangani in die Hauptstadt Kinshasa fliegen.
Präsident Kabila sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus und forderte eine Untersuchung des Unglücks. Die EU hatte Hewa Bora erst vor kurzem auf ihre Schwarze Liste unsicherer Airlines gesetzt. Hewa Bora durfte seither noch ein einziges Flugzeug in der EU betreiben. Die Unglücksmaschine wurde 1965 in Betrieb genommen. Im Kongo kam es nach Angaben der Organisation Aviation Safety Network seit 1945 zu mehr tödlichen Flugzeugunglücken als in jedem anderen afrikanischen Land.
(apa/red)
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