Gesichter hinter dem "Sahara-Kidnapping": Algerischer Terrorkopf führt Verhandlungen
- Terrorist Belmokhtar schmuggelt Waffen und Autos
- Geriet schon 2003 mit Entführungen in Schlagzeilen

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Der berüchtigte algerische Terrorführer Mokhtar Belmokthar verhandle seit rund zwei Wochen im Zusammenhang mit der Entführung der beiden Halleiner Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber, wie die französischsprachige algerische Tageszeitung "Le Soir d'Algerie" berichtete. Belmokhtar war Anführer der Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf (GSPC) für die Südsahara, die sich vor eineinhalb Jahren in Al-Kaida-Organisation im Islamischen Maghreb umbenannte. Die Al-Kaida im Islamischen Maghreb hat sich zur Entführung der beiden Österreicher bekannt.
Der Artikel von "Le Soir d'Algerie" berichtet unter Berufung auf Geheimdienstquellen von Umstrukturierungen des Al-Kaida-Ablegers in Nordafrika nach Schlägen der algerischen Behörden gegen die Terroristen. So sei Algerien von der Al-Kaida nicht mehr in sechs, sondern in vier Zonen mit jeweils einem neuen Chef unterteilt: Südwesten, Zentrum, Südosten, Süden.
Belmokhtar operiere im Süden Algeriens. Dieses Gebiet drohe zu einem "no man's land" zu werden, schrieb das Blatt. Belmokhtar sei mit vier Frauen von vier verschiedenen Stämmen im nördlichen Mali verheiratet und habe so Allianzen in der Region geschlossen, die ihm Bewegungsfreiheit erlaubten.
Gruppe spezialisiert auf Waffenkauf
Ebner und Kloiber sollen von Tunesien in die Grenzregion zwischen Algerien und Mali verschleppt worden sein. Belmokhtars Gruppe aus etwa 60 Personen sei auf Waffenkauf und Versorgung spezialisiert. Eine zweite Teil-Gruppe der Al-Kaida in Südalgerien werde von Hamadou Abou Zaid geführt, die dritte von Yahia Djouadi.
Angeworben im Armenviertel Algiers
Insgesamt seien 1.600 Terroristen bei der Al-Kaida im Islamischen Maghreb aktiv, so die algerische Zeitung weiter. Sie seien unter anderem mit Kalaschnikows und Granatwerfern bewaffnet und benutzten immer modernere Kommunikationsmittel, darunter Satellitenverbindungen. Angeworben würden die meisten Leute in armen Vierteln von Algier. Da die Extremisten oft familiär miteinander verbunden seien, komme es selten zu Denunzierungen.
Geldgeber terroristischer Organisationen
Die USA haben Belmokhtar 2003 auf ihre Liste von mutmaßlichen Geldgebern terroristischer Organisationen gesetzt. Er ist bei den algerischen Behörden als Schmuggler von Waffen, Autos und Zigaretten berüchtigt. Belmokhtar geriet schon im Zusammenhang mit der Entführung von 32 Europäern in der algerischen Sahara durch die GSPC im Jahr 2003 in die Schlagzeilen. Darunter waren auch zehn Österreicher gewesen. Eine deutsche Geisel überlebt die Strapazen damals nicht, die übrigen kamen frei.
Drei Ultimaten abgelaufen
Drei Ultimaten sind abgelaufen, seit Ebner (51) und Kloiber (43) in die Hände der Al-Kaida fielen. Sie verschwanden im Februar während einer Urlaubsreise durch den Süden Tunesiens nahe der algerischen Grenze. Das Außenministerium bemüht sich um ihre Auffindung und hat einen Gesandten nach Mali geschickt. Der momentane Aufenthaltsort des entführten österreichischen Paares ist nicht genau bekannt.
(APA/red)
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