Tödliche Schießerei auf S1: Kommission ermittelt jetzt gegen die 'falschen Polizisten'
- Zwei verletzte Rumänen verweigern noch die Aussage
- Waren auf ihren Beutezügen stets nach Bargeld aus
Mit der Abgabe von Schüssen auf ein Fluchtfahrzeug an der Wiener Außenring-Schnellstraße S1 bei Schwechat ist eine Überfallserie dreier "falscher Polizisten" auf Autobahnen in Ober- und Niederösterreich beendet worden. Der dabei getötete Rumäne starb, wie die Obduktion bestätigte, an einer Schussverletzung, sagte Oberst Franz Polzer, Leiter des Landeskriminalamtes NÖ (LK). Details dazu würden nun der Staatsanwaltschaft obliegen. Wie in solchen Fällen üblich, ermittle nun eine eigene Kommission den Hergang.
Die beiden ebenfalls getroffenen mutmaßlichen Komplizen befänden sich in gutem Zustand. Sie zeigten sich bisher nicht kooperativ und machten keine Aussagen, so Polzer. Die Vorgehensweise bei neun Überfällen auf Lenker von Wagen mit ausländischen Kennzeichen zeige - u.a. mit Einsatz von Blaulicht - eine Handschrift. Geprüft werde, ob die Bande auch im benachbarten Ausland derart unterwegs war. Hinweise, dass das Trio auch anders gelagerte Straftaten verübte, gebe es nicht.
In acht Fällen liegen den Kriminalisten laut Polzer gleichlautende Aussagen der Opfer vor: Demnach trat jeweils derselbe - nun verletzte - Verdächtige als Erster in Aktion, der schon durch seine Körpergröße von 2,05 Metern einschüchternd gewirkt habe. Die "Kontrollierten" wurden zum Aussteigen aufgefordert bzw. aus ihren Fahrzeugen gezerrt, während ein Komplize das Auto durchsuchte. Laut Polzer hatte es das verdächtige Trio ausschließlich auf Bargeld abgesehen, in keinem Fall wurden den Opfern Wertgegenstände abgenommen.
Ironie des Schicksals
Um der Bande das Handwerk zu legen, hatten sich Zivilfahnder zur Beobachtung des nächtlichen Geschehens auf Autobahnstationen postiert. Die Beamten hätten keinesfalls als Lockvögel dienen sollen, betonte Polzer. Dass sie dann selbst überfallen und bedrängt wurden, sei eine Ironie des Schicksals. (APA/red)
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