Sonntag, 20. April 2008

Brand im Wiener Kongressbad war gelegt: Schaden beläuft sich auf rund 100.000 Euro

  • Brand mit Zeitungspapier und Schwarzpulver gelegt
  • Beginn der Badesaison am 2. Mai nicht gefährdet

Der Brand im Wiener Kongressbad wurde von Unbekannten gelegt. Wie die Polizei berichtete, dürften die Täter die Außenwand eines Kabinentraktes mit Zeitungspapier und Schwarzpulver angezündet haben. Das Feuer vernichtete einen etwa 150 Quadratmeter großen Umkleidebereich und verursachte rund 100.000 Euro Sachschaden. Der Auftakt zur Badesaison am 2. Mai ist nicht gefährdet.

Um exakt 2.02 Uhr hatten Passanten bemerkt, dass es aus zwei Fenstern an der Liebknechtgasse auf der Nordseite des Kongressbades brannte. Der berühmte monumentale Eingangsbereich des Freiluftbades entlang der Julius-Meinl-Gasse war nicht betroffen. Die Feuerwehr bekämpfte den Brand mit vier Rohren und Wasserwerfern auf Drehleitern. Es wurde Alarmstufe 2 ausgegeben.

Eröffnung im Mai nicht gefährdet
Der Brand war nach Angaben des Leiters der Wiener Bäder, Werner Schuster, "nicht so schlimm wie man annehmen könnte". Im Gespräch mit der APA betonte er, dass die Eröffnung der Badesaison am 2. Mai "keinesfalls gefährdet ist". Für die rund 50 Saisongäste, deren Kabinen in Schutt und Asche liegen, werde man sich um ein Ersatzquartier bemühen.

Laut Schuster handelte es sich bei dem von den Flammen vernichteten Teil des Bades um den etwa 150 Quadratmeter großen Saisonkabinentrakt. Dieser war zwar - ebenso wie der denkmalgeschützte Haupttrakt - im typischen rot-weißen Bretterdesign gestaltet, jedoch ein nachträglich errichteter Zubau. "Den kann man genau so wieder aufbauen", sagte Schuster.

Unter Denkmalschutz
Teile des Kongressbads mit seinen charakteristischen rot-weißen Holzbauten aus den 1920er Jahren stehen unter Denkmalschutz. Im Jahr 1928 eröffnet, gilt es als eines der schönsten Bäder der österreichischen Hauptstadt. Es sei ein "architektonisches Musterbeispiel" für die von der sozialdemokratischen Wiener Stadtverwaltung geförderte Bäderkultur, heißt es in einem Führer zum "Roten Wien" auf der Internetseite der Wiener SPÖ. (APA/red)

20.4.2008 15:49