Tiroler SP-Parteitag bestätigt Gschwentner:
Kandidatenliste-Beschluss für Landtagswahl
- Mit 93% von den abgegebenen Stimmen bestätigt
- Gschwentner fordert kostenlose Kinderbetreuung

Mit demonstrativer Harmonie und Einigkeit hat die Tiroler SPÖ ihren außerordentlichen Parteitag im Forum Alpbach begangen. Anlass war der Beschluss der Kandidatenliste für die Landtagswahl am 8. Juni. SP-Chef Hannes Gschwentner wurde mit 93 Prozent von den 303 abgegebenen Delegiertenstimmen auf Platz eins bestätigt. Die gesamte Liste erreichte eine Zustimmung von 64 Prozent.
Die Listenerstellung hatte im Vorfeld für Irritationen innerhalb der Partei gesorgt. Davon wollte man in Alpbach, laut Geschwentner dem "Kerngebiet konservativer Machtentfaltung", nichts mehr spüren lassen. Gschwentner übte in seiner Rede vor allem Kritik an der ÖVP und Noch-AK-Präsident Dinkhauser, der bei der kommenden Landtagswahl mit einer eigenen Liste antritt. Man müsse die "Mogelpackung Dinkhauser demaskieren", meinte er. Eine Stimme für Dinkhauser sei eine Stimme für die ÖVP.
Auch Bundeskanzler Gusenbauer warnte vor "rot angestrichenen Schwarzen". Am Ende sei immer noch Schwarz herausgekommen. Landeshauptmann Van Staa und Dinkhauser stünden für die Vergangenheit, Gschwentner hingegen für die Zukunft.
Kostenlose Kiinderbetreung
Er wolle sich für kostenlose und flächendeckende Kinderbetreuung einsetzen und eine Bodenreform, die Wohnen für alle leistbar mache, sagte Gschwentner. "Ich als Landeshauptmann wäre ein Garant dafür", bekundete der SP-Chef seinen Anspruch auf den höchten Posten im Land. Änderungen könne es nur geben, wenn die absolute Mehrheit der ÖVP im Land gebrochen werde. Die ÖVP stehe für "Kientelpolitik" und Packelei, meinte er.
Gschwentner bedankte sich außerdem bei der Gewerkschaftsfraktion (FSG) für ihre Unterstützung und dass sie in diesem Wahlkampf gemeinsam mit der SPÖ kämpft. Die Rückreihung von ÖGB-Chef Franz Reiter auf den aussichtslosen elften Platz der Kandidatenliste für die Landtagswahlen, hatte für Unmut innerhalb der Gewerkschaftsfraktion gesorgt. Kritische Töne in dieser Causa fielen am Parteitag nicht.
(apa/red)
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