Fortsetzung des Herberstein-Prozesses: Reicher Onkel gewährte großzügigen Kredit
- Adelsspross konnte Kleingkeit von 350.000 entbehren
- Hätte bis zu einer Million Euro der Familie geliehen

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"Schwarzbuchhaltung bereits seit 70er Jahren"
·Tierpark-Affäre ließ
Klasnic einst stolpern
War zentrales Thema
bei Landtagswahl 2005
Der Herberstein-Prozess wurde im Grazer Straflandesgericht mit der Befragung weiterer Zeugen fortgesetzt. Zwei davon, nämlich Felicitas Herberstein und der langjährige Steuerberater der Familie, Herbert Wolff-Plottegg, entschlugen sich der Aussage. Johann Georg Herberstein, ein entfernter Verwandter, gab an, der Familie 350.000 Euro Kredit gewährt zu haben.
Gleich zwei Zeugen machten am zehnten Verhandlungstag von ihrem Entschlagungsrecht Gebrauch. Die jüngste Tochter von Andrea Herberstein, Felicitas musste keine Angaben machen, weil auf der Anklagebank ihre Mutter und ihr Bruder Maximilian sitzen. Herbert Wolff-Plottegg, langjähriger Steuerberater der Familie, außerdem zeitweise Verwalter des Erbes von Johann Otto Herberstein und ehemaliges Mitglied des Beirats der Herberstein-OEG, blieb ebenfalls stumm. Gegen ihn läuft ein Verfahren in Zusammenhang mit Herberstein, so dass er sich gegebenenfalls selbst belasten könnte.
Reicher Leihonkel
Ausgesagt hat dagegen Johann Georg Herberstein. Der Onkel vierten Grades des 1994 verstorbenen Johann Otto Herberstein ließ durchblicken, dass er über ein beträchtliches Vermögen verfügt, von dem er einen kleinen Teil dem steirischen Zweig der Familie geliehen hatte.
2005 hatte er zunächst 150.000 Euro als Kredit überwiesen, dann nochmals 200.000 Euro. Er hatte eine Zusage über weitere 300.000 gegeben, doch das Geld wurde nicht mehr angefordert. "Ich war bereit und bin es noch immer, meine Verwandten liquiditätsmäßig zu unterstützen", meinte der Zeuge.
"Wurde je über Förderungen des Landes gesprochen?", interessierte die Richterin. "Ja, es wurde immer von 8,72 Millionen Euro gesprochen", bestätigte der Zeuge die Angaben von Andrea Herberstein. Im Notfall, so Johann Georg Herberstein, hätte er bis zu einer Million Euro zur Verfügung gestellt, und sich einen Teil der Rückzahlung durch ein Wohnrecht in einem Trakt des Schlosses abgelten lassen. Dazu kam es in der Folge allerdings nicht mehr, denn 2006 gab es erneut eine Förderung vom Land und dann war auch schon der Pachtvertrag für den Tierpark unter Dach und Fach.
(apa/red)
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