Freitag, 11. April 2008

Diesel in Österreich oft teurer als Benzin: Preis wird durch Markt nicht gerechtfertigt

  • Durchschnittlich kostet der Liter Diesel 1 Cent mehr
  • Unterschiedliche Preisdifferenzen zu beobachten

Der ARBÖ übt Kritik am hohen Dieselpreis in Österreich. Es sei nicht gerechtfertigt, dass Diesel seit 21. März großteils mehr kostet als Benzin. Diesel sei zwar im Winter an den internationalen Märkten regelmäßig teurer, da zu dieser Zeit der Diesel mit dem gleichartigen Heizöl in Konkurrenz steht. Dies war aber auch im Vorjahr der Fall - und da war Diesel nicht flächendeckend teurer als Benzin.

Laut ARBÖ kostete eine Tonne Diesel am Spotmarkt in Rotterdam vor dem 21. März im Schnitt 108 Euro mehr als Benzin, nach dem 21. März verkleinerte sich dieser Unterschied auf 63 Euro. Im Schnitt sei Diesel an den Zapfsäulen seit 21. März um einen Cent je Liter teurer gewesen. Zuvor war Diesel demnach im Schnitt um 1,7 Cent billiger als Eurosuper.

"Das bedeutet eine zusätzliche Belastung für die meisten Autofahrer, denn es gibt hierzulande deutlich mehr Diesel-Pkw - 2,28 Millionen laut Statistik Austria - als Benzin-Pkw (1,96 Millionen, Anm.)", kritisiert ARBÖ-Geschäftsführer Leo Musil. Er verweist darauf, dass es die Mineralölindustrie ist, die sich auf die Preise am Spotmarkt beruft. Und da sei das Ergebnis klar: "Am Rotterdamer Spotmarkt für Diesel und Eurosuper hat sich der Preisunterschied zwischen dem teureren Diesel und Eurosuper seit 21. März sogar verkleinert", so Musil.

Außerdem zeige ein Blick in Spritpreisbörsen, dass ein und dieselbe Mineralölfirma in Wien an manchen Tankstellen Diesel gleich teuer verkaufe wie Eurosuper, an anderen um einen Cent teurer und an wieder anderen Tankstellen gleich um 2 Cent teurer.

(APA/red)

11.4.2008 13:53