Donnerstag, 10. April 2008

Die Foto-Community schlägt nun zurück: User protestieren gegen Videos auf Flickr

  • Foto-Plattform erweitert ab sofort ihre Feature-Palette
  • 1.900 Unterschriften gegen bewegte Bilder auf Flickr

Die Foto-Communtiy reagiert brüskiert. Nachdem die Anbieter der Plattform die Öffnung zu bewegten Bildern realisierten, weht ihnen nun ein Sturm des Protestes entgegen. In der Gruppe "No Video on Flickr" wird für eine Petition gegen die Neueinführung geworben. Bisher haben schon mehr als 1.900 User unterzeichnet.

Die Foto-Community von Flickr ist erschüttert. Nach der Einführung des bewegten Bildes auf der Plattform wehren sich die User gegen das neue Feature und fordern deren Entfernung. Von Nutzern wurde die Gruppe "No Video on Flickr" gegründet, der 7.640 Mitglieder beigetreten sind. Die Petition der Gruppe wurde von 1.900 Usern unterzeichnet. "Videos haben auf der Plattform für Fotografie nichts zu suchen", so der Tenor der Petition.

Die Einführung des bewegten Bildes
Lange Zeit kursierten schon Gerüchte über die Erweiterung der klassischen Foto-Community Flickr. Dann überraschten die Anbieter mit der plötzlichen Umsetzung: Flickr goes YouTube - aber mit gebotener Vorsicht. Denn man wollte die angestammten User nicht vergraulen. Es wurde befürchtet, dass die Liebhaber der Fotografie sich von bewegten Bildern gestört fühlen - zurecht wie sich nun herausstellt.

Behutsamkeit durch Beschränkung
Flickr näherte sich dem bewegten Bild mit einigen Beschränkungen. Zunächst können nur Videos mit einer Länge von 90 Sekunden hochgeladen werden. Die Anbieter rechtfertigen dies mit der Idee des "langen Fotos". "Wir versuchen nicht, Ihre künstlerische Freiheit einzuschränken, wir versuchen etwas Neues", verlautbart Flickr auf seiner Seite. Es geht um das Festhalten und Teilen von Augenblicken im Leben.

In den letzten Wochen wurde das Projekt in einer geheimen Beta-Gruppe getestet. Dabei sollten die letzten Unebenheiten der Videobenutzung beseitigt werden.

Gewohnte Benutzung
Die Nutzung des Video-Features ist direkt in den Fotobereich integriert. Die Datein werden im gleichen Stream hochgeladen wie die klassische Fotografie. Gleichzeitig gelten dieselben Einstellungsmöglichkeiten. Sowohl der Zugang zu den Videos als auch die Nutzungsrechte können für jedes Video individuell eingestellt werden. Der User kann festlegen, ob sich nur Freunde, Familie oder die gesamte Community an den Aufnahmen erfreuen kann. Außerdem können dem Video Schlagwörter hinzugefügt werden und der Entstehungsort auf einer Landkarte eingezeichnet werden.

Die Video-Benutzung ist damit sehr eng am klassischen Foto-Feature angelehnt. Die Penetranz des bewegten Bildes - wie etwa auf YouTube - wird der Foto-Community damit hoffentlich erspart. Bleibt die Frage, womit die Videonutzung bei Flickr punkten will.

(red)

10.4.2008 10:15