Dienstag, 8. April 2008

Viele Konsumenten im Internet gelinkt: Hoher Anstieg der Klagen in der AK-Kärnten

  • Präsident Goach fordert mehr Landesmittel für die AK
  • Erhöhung der Konsumenten-Anfragen um 30 Prozent

Die Anzahl der Konsumenten-Beschwerden steigt massiv, vor allem auf Grund der Internet-Geschäfte. Die Abteilung für Konsumentenschutz in der Kärntner Arbeiterkammer musste im vergangenen Jahr über 38.000 Anfragen bearbeiten, das ist gegenüber 2004 ein Zuwachs um 30 Prozent. Daher forderte Arbeiterkammerpräsident Günther Goach in einer Pressekonferenz mehr Geld aus dem Landesbugdet.

"Die Liste der unfairen Tricks ist lang", weiß die Leiterin der Abteilung Konsumentenschutz bei der AK-Kärnten, Josefine Traunik. Und sehr viele davon kommen übers weltweite Netz. Beschwerden über Online-Geschäfte stehen mit 17 Prozent bereits an erster Stelle. Denn vermeintlich kostenlose Dienste erweisen sich bereits nach einem Mausklick als abgeschlossener Vertrag mit hohen Zahlungen. Gratisangebote entpuppen sich häufig als sehr teuer. Eine Liste der bekannten "Schwarzen Schafe" findet sich auf der Homepage der AK.

An zweiter Stelle der Konsumentenbeschwerden liegen mit 15 Prozent Mietrechtsfragen. In diesem Zusammenhang fordert Kärntens oberste Konsumentenschützerin auch gesetzliche Änderungen beim Mietrecht. Gewisse Kosten, wie Grundsteuer oder Versicherung, sollten nicht mehr auf den Mieter abgewälzt werden. Auch die Maklerprovision müsse massiv gesenkt werden, verlangte Traunik. Der derzeit in Diskussion stehende Entwurf - die Senkung des Maklerhonorars von drei auf zwei Bruttomieten bei allen Wohnungen, die unter das Mietrechtsgesetz fallen - ist für sie zu wenig. "Eine Kaltmiete - also ohne Betriebskosten - ist genug, und zwar für sämtliche Objekte," sagte sie.

Beschwerden über Handyanbieter
Eine massive Zunahme gibt es auch bei Beschwerden über Festnetz- und Handyanbieter. Sie liegen mit 14 Prozent aller Anfragen bei der AK bereits an vierter Stelle. Aggressive Werbemethoden, überhöhte Telefonrechnungen oder enorme Gebühren im Ausland - vor allem bei Datenkarten - sind der Grund für die Probleme. "Tele 2" und "My Phone" stehen an der Spitze der Beschwerdenliste. Traunik fordert die Konsumenten auf, sich nicht einschüchtern zu lassen, sondern sich über ihre Rechte zu informieren.

"Die AK ist Kärntens einzige Konsumentenschutzabteilung und steht der gesamten Bevölkerung und nicht nur unseren Mitgliedern zur Verfügung", erklärte Goach. Das Land zahle derzeit rund 360.000 Euro im Jahr dazu. "Das ist viel zu wenig, um die gestiegenen Anforderungen bewältigen zu können", so der AK-Präsident. Rund 1,7 Mio. Euro haben sich die Kärntner Konsumenten im Jahr 2007 durch Interventionen des AK-Konsumentenschutzes erspart.

(apa/red)

8.4.2008 14:18