OECD-Chef gegen unser Bankgeheimnis:
Für Kampf gegen Steuerhinterziehung
- "Arbeit wird zu hoch besteuert, Vermögen zu niedrig"
- Gurria im "profil": Zweckbindung der Steuer schlecht

·FORMAT: Aufmarsch gegen die Steueroasen
Österreich hält eisern
am Bankgeheimnis fest
·FORMAT: Ein letztes Relikt in Sachen Geld
Warum Österreich am Bankgeheimnis so festhält
In einem Interview in der neuen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" kritisiert Angel Gurria, Generalsekretär der OECD, das österreichische Bankgeheimnis: "Länder sollten einander beim Kampf gegen Steuerhinterziehung unterstützen und nicht die eigenen Banksysteme zum Nachteil anderer ausnützen", so Gurria: "Denn das Ergebnis wäre: In einem Land, in dem manche Bürger Steuer hinterziehen, müssen alle Steuerzahler deswegen mehr bezahlen."
Der frühere Finanzminister Mexikos hält auch die von der österreichischen Regierung vorgesehene Zweckbindung der geplanten Vermögenszuwachssteuer zur Sanierung des Gesundheitswesens für schlecht: "Man bindet nicht die Einnahme einer bestimmten Steuer an einen bestimmten Ausgabenposten im Budget. Das ist eine sehr rigide Formel. Denn dann fängt man an, für die Finanzierung von Straßen oder Schulen bestimmte Steuern einzuführen", erklärt Gurria. Obendrein drohten Österreich dadurch "Probleme mit Kosten in der Verwaltung und Zuteilung der Mittel". Insgesamt gelte aber weiterhin: "Arbeit wird in Österreich zu hoch besteuert, Vermögen zu niedrig." Die jüngst von der Regierung beschlossene Senkung der Sozialversicherungsbeiträge für Bezieher niedriger Löhne sei "ein Schritt in die richtige Richtung".
Lesen Sie mehr im profil 16/08!

