Vermögen der Haushalte 2007 gestiegen: Um 5% mehr Geld zur Verfügung als 2006
- Bankeinlagen verdoppelt, geringerer Wertpapierkauf
- Private Kreditfinanzierungen gingen um 10% zurück

·Gusenbauer will Mittelstand entlasten
profil: Reformpläne des Kanzlers für Entlastung
Die Österreicher haben im abgelaufenen Jahr höhere Ersparnisse angesammelt und ihre Geldvermögensbildung um 20 Prozent auf 18,6 Mrd. Euro erhöht. Infolge der Finanzmarktturbulenzen und der Zinsentwicklungen haben sie ihr Portfolio neu ausgerichtet: 62 Prozent (11,6 Mrd. Euro) der Neuveranlagungen flossen 2007 in Bankeinlagen, während deutlich weniger Wertpapiere als noch 2006 gekauft wurden, teilte die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) mit.
Insgesamt stieg das Geldvermögen um 5 Prozent auf 388 Mrd. Euro. Allerdings sei der Zuwachs durch Rückgänge der Vermögenspreise um 1,7 Mrd. Euro geschmälert worden. Private Haushalte legten 2007 im Vorjahresvergleich mehr als doppelt so viel auf ihre Konten; die Einlagenposition wuchs somit von Ultimo 2006 auf Ultimo 2007 um 7 Prozent, geht aus der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung der OeNB für 2007 hervor.
Mehr Termin- und Spareinlagen
Innerhalb der Einlagenkategorien dominierten die Zuwächse bei Termin- und Spareinlagen, wobei Direktbanken und Bausparkassen kaum von dem Einlagenboom profitieren konnten. Nach Laufzeiten gegliedert wählten Haushalte vor allem Produkte mit einer Bindungsfrist bis zu einem Jahr.
In Folge der zweimaligen Anhebung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank (EZB) im Jahr 2007 erhöhten die Banken in diesem Laufzeitsegment ihre Zinsen im Neugeschäft am stärksten. Die Zinssätze kletterten zwischen Dezember 2006 und Dezember 2007 um 1 Prozentpunkt auf 4,28 Prozent. In diesem Segment erfolgte die Erhöhung im gleichen Ausmaß wie im Durchschnitt des gesamten Euroraums.
Schuldenfalle Wohnraumbeschaffung
Die Kreditfinanzierungen der privaten Haushalte gingen 2007 gegenüber dem Jahr davor von 5,9 Mrd. Euro um rund 10 Prozent auf 5,3 Mrd. Euro zurück. Treibende Kraft bei der Neuverschuldung war - trotz stark gestiegener Finanzierungskosten - die Wohnraumbeschaffung und -renovierung.
Die Nettoschuldenaufnahme bei Wohnbaukrediten stieg von 2006 auf 2007 um 700 Mio. Euro auf 5,0 Mrd. Euro an, während Konsumkredite im Jahr 2007 netto sogar getilgt wurden (2006: Nettoschuldenaufnahme von knapp 600 Mio. Euro). Private Schuldner hatten zum Ultimo des abgelaufenen Jahres ausstehende Verbindlichkeiten in Höhe von 142 Mrd. Euro, ein Zuwachs von rund 5 Prozent gegenüber 2006. (apa/red)

