Zahltag an der Börse mit Rekorddividenden: Internationale Aktien mit fast 14 % Rendite
- FORMAT: Daimler gibt Auftakt für Ausschüttungszeit
- 30 größten deutschen Konzernen spendieren 28. Mrd.
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Für Fahrer von PS-starken Mercedes-Karossen geht derzeit der Stopp an der Tankstelle ziemlich ins Geld. Clevere gleichen die Spritrechnung für ihre Limousine locker an der Börse aus. Der Autokonzern Daimler schüttet am Donnerstag dieser Woche zwei Euro pro Aktie an seine Anleger aus. Als Besitzer von 500 Daimler-Papieren bekommt man immerhin 1.000 Euro - genug für monatelanges Volltanken.
Die Dividende entschädigt auch teilweise für die Kursverluste in den vergangenen zwölf Monaten, in denen die Daimler-Aktie 14,8 Prozent einbüßte. Der Kursverlust hat auch eine positive Seite: Das Verhältnis von Dividende zu aktuellem Kurs, die so genannte Dividendenrendite, fällt heuer so hoch aus wie noch nie. Bei Daimler sind es 3,8 Prozent, bei der Österreichischen Post sogar 8,8 Prozent.
20 Prozent höhere Ausschüttungen
Den Auftakt für die Ausschüttungszeit bildet traditionell die Autoschmiede Daimler, die mit einer Rekordausschüttung von rund 1,5 Milliarden Euro einen Vorgeschmack gibt, wie viel die Konzerne heuer bereit sind zu zahlen. Alleine die 30 größten deutschen Konzerne lassen in den nächsten Wochen für ihre Aktionäre 28 Milliarden Euro springen - mehr als je zuvor. Auch die Unternehmen an der Wiener Börse steuern für 2008 mit einer prognostizierten Dividendenauszahlung von 2,6 Milliarden Euro auf einen neuen Rekord zu. "Das sind 20 Prozent mehr als im Vorjahr", errechnet Peter Bauernfried, Aktienanalyst der UniCredit CAIB.
Angesichts von Dividendenrenditen von bis zu fast neun Prozent, wie sie die Österreichische Post bietet, ist das mehr als nur ein Trostpflaster für die Kursturbulenzen. Einzelne internationale Werte glänzen wie Altria oder die Royal Bank of Scotland sogar mit einer Verzinsung in zweistelliger Höhe.
Langfristig höhere Gewinne
Untersuchungen belegen, dass Dividendentitel langfristig höhere Börsengewinne erzielen als der Gesamtmarkt. Der Einstiegszeitpunkt für Dividendenjäger ist nach Ansicht von Experten günstig. "Nach den starken Kursrückgängen dürfte das Schlimmste überstanden sein", so Norbert Janisch, Manager des Europaaktienfonds Raiffeisen-TopDividende. Zudem profitieren ausschüttende Aktien vom so genannten Dividendeneffekt. Zwar wird die Dividende vom Kurs abgeschlagen. "Oft schließt sich aber diese Bewertungslücke schon nach wenigen Tagen", so die Beobachtung von UniCredit-Analyst Bauernfried.
Doch bei der Aktienauswahl sollte man sich nicht von der bloßen Dividendenhöhe blenden lassen. Gerade wenn diese aus starken Kursverlusten resultiert, ist mitunter Vorsicht angebracht. "Manchmal deuten hohe Dividenden auf Probleme hin", so Regina Parhammer, Managerin des Volksbank Dividend Invest. Anleger sollten darauf achten, ob die Dividende auch dann aufrechtzuerhalten ist, wenn die Zeiten rauer werden. Ein guter Anhaltspunkt dafür ist die Ausschüttungsquote. "Firmen, die weniger als die Hälfte ihres Gewinns an die Anleger zahlen, haben einen guten Puffer nach unten", so Janisch.
Um heuer in den Genuss einer Dividende zu gelangen, müssen Anleger noch vor der Hauptversammlung einsteigen. Dort wird nämlich die Höhe der Ausschüttung endgültig festgelegt. Ein, zwei Tage später wird dann der Betrag vom Kurs abgeschlagen.
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