Papierindustrie droht mit Abwanderung: Ökostromgesetz-Novelle belastet Firmen
- Österreich: teurer Euro, EU-Klimapolitik, hohe Kosten
- Alarmglocken klingeln bereits bei den Investitionen
·Wir sind sehr fleißige Altpapier-Sammler
587.000 t Verpackungen zum Recycling gebracht

Österreichs Papierindustrie droht mit Abwanderung: Sorgen bereitet der Branche vor allem die Ökostromgesetz-Novelle und damit die Ungewissheit über weitere Belastungen und die hohen Arbeitskosten. Dazu kommen der teure Euro und die EU-Klimapolitik, die die Papierindustrie gegenüber außereuropäische Konkurrenten vor allem aus China benachteiligt.
Wichtige Investitionsprojekte werden daher noch zurückgehalten, abgesagt oder außerhalb Österreichs realisiert, betonte der Präsident der Vereinigung der österreichischer Papierindustrie (Austropapier), Wolfgang Pfarl, am Donnerstag. Wenn die Rahmenbedingungen noch ungünstiger werden, bestehe "eminente Gefahr der Industrie-Abwanderung", hieß es.
Die Alarmglocken klingeln bereits bei den Investitionen. Seit fünf Jahren sind die Investitionen in den heimischen Betrieben kontinuierlich rückläufig und erreichten 2007 mit 143 Mio. Euro den tiefsten Stand seit 20 Jahren. Gegenüber 2006 gingen die Investitionen um 21 Prozent zurück. Und auch für heuer sei keine Großinvestition in Sicht, so Austropapier-Vize und Fachverbandsobmann Thomas Salzer.
Dies müsse auch für die Politik ein "schrilles Warnsignal sein", so Pfarl. Das Wachstum der Branche finde nicht in Österreich, sondern in Osteuropa, Fernost und Südamerika statt. Die Erfahrung habe gezeigt, dass das "Ausbleiben von Investitionen in der Papier- und Zellstoffindustrie nicht Stillstand, sondern Rückschritt bedeutet". (apa/red)

