Donnerstag, 10. April 2008

Regierung sieht keine Alternative zu Air France: Insolvenz der Alitalia auch möglich

  • Finanzielle Liquidität erlaubt nur noch kurzen Betrieb
  • Bei Berlusconi-Wahlsiegt nationale Lösung möglich?

Die italienische Regierung sieht keine Alternative zum Angebot von Air France-KLM für die Übernahme der maroden Fluggesellschaft Alitalia. "Es wird keine anderen Gelegenheiten geben", sagte der italienische Staatssekretär, Enrico Letta, zu Beginn eines Treffens mit den Gewerkschaften der noch staatlichen Fluggesellschaft.

Bei dem Treffen wollen Regierung und Gewerkschaften feststellen, ob es sich bei den Verhandlungen mit Air France nur um eine schwierige Phase oder um einen endgültigen Abbruch handle. Letta sagte, eine Insolvenz des Unternehmens könne nicht ausgeschlossen werden, nachdem die finanzielle Liquidität von Alitalia 170 Mio. Euro betrage und nur noch einen Flugbetrieb für ganz kurze Zeit erlaube.

Italienische Medien zeichnen inzwischen neue Szenarien für Alitalia nach den Parlamentswahlen. Im Falle einer überwältigenden Mehrheit von Oppositionschef Silvio Berlusconi sei eine nationale Lösung möglich. Es sei nicht auszuschließen, dass ein Bündnis italienischer Unternehmer um die private Airline Air One ein Angebot für die Alitalia einreichen könnte. Sollte Berlusconis Gegner, der Mitte-link-Kandidat Walter Veltroni, gewinnen, werde wohl Air France-KLM Alitalia übernehmen.

(APA/red)

10.4.2008 13:57